16. Mai 2020

Bääm, Mietvertrag unterschrieben. In zwei Wochen sind wir Görlitzer.

17. Mai 2020

Gestern habe ich „Was auf dem Spiel steht“ von Philipp Blom zu Ende gelesen. Ich habe selten so eine schlaue und vielseitige Analyse der aktuellen politischen Situation in der Welt gelesen. Manchmal etwas zu düster, aber vielleicht ist das der Situation angemessen.

18. Mai 2020

Auf Facebook sehe ich, dass heute der Erfinder des Copy/Paste gestorben ist. Kein Mensch kennt ihn, obwohl es alle machen. Ich bin ein absoluter Copy/Paste-Virtuose. RIP, anonymer Copy/Paste-Erfinder.

19. Mai 2020

Ich spiele Billard mit Lennart und habe plötzlich eine Erkenntnis, als hätte ich zu viel Gras geraucht: Wie faszinierend ist es, dass wir mit Kugeln, dreidimensionalen Kreisen, spielen? Bzw. wie vielseitig Kugeln sind, dass man damit alle Arten von Spielen spielen kann. Ich habe echt nicht gekifft.

20. Mai 2020

Es gibt ja Studien, wonach Menschen in der Anonymität des Internets viel ruppiger zueinander sind, als im echten Leben. Im Supermarkt heute schnauzt einer unter seiner Maske die Kassiererin grundlos an und ich frage mich, ob die Anonymität der Maske auch ruppiger macht.

21. Mai 2020

Ab und zu taucht ja die Frage auf, wie man sich seinen perfekten Tag vorstelle. Heute ist so einer, frei nach Juhnke: keine Termine und keine Verpflichtungen.

22. Mai 2020

Der Bart ist ab. Und wie beim letzten Mal habe ich das Gefühl, man habe mich einen halben Kopf kürzer gemacht.

23. Mai 2020

Kurz vorm Aufbruch nach Görlitz. Auf Instagram sehe ich schon alle möglichen tollen Sachen, die wir dort sehen und machen können. Mein Gehirn sprudelt über vor Ideen.

24. Mai 2020

Wenn ich ein paar stressige Tage vor mir habe und noch nicht weiß, wie das alles klappen soll, hilft mir immer der Gedanke, dass in soundsoviel Tagen alles vorbei ist – egal wie es läuft.

25. Mai 2020

Heute ist der vierte Todestag meines Vaters. Und auch, wenn es ein trauriges Ereignis war, so verdanke ich diesem Tag eine wichtige Erkenntnis: die meiner eigenen Endlichkeit. Seit mein Vater tot ist, lebe ich mein Leben bewusster und dankbarer.

26. Mai 2020

Seit langem mal wieder ne Wohnung gestrichen. Was für eine Befriedigung. Gelegentliche körperliche Arbeit verführt dazu, diese zu romantisieren. Dabei weiß ich genau, wie schnell ich die Schnauze voll hätte, wenn ich das jedem Tag machen würde.

27. Mai 2020

Vor drei Monaten auf Koh Phangan habe ich mich über eine Frau im Café amüsiert, die meinte, sie hätte es in Schweden schneien lassen, weil sie von Schnee gesprochen hatte. „I manifest things“, meinte sie. Heute wünsche ich mir für den Umzug einen Parkplatz direkt vor der Tür und – zack – da ist er. Ich habe ihn wohl auch manifestiert. Vielleicht war es auch nur der gute Onkel Zufall.

28. Mai 2020

Vor einem Monat haben wir spontan gesagt: Lass mal morgen Görlitz angucken. Heute sitzen wir im Transporter mit all unserem Zeug auf dem Weg nach Görlitz, unsere neue Wohnung übernehmen.

29. Mai 2020

Abends bin ich einfach nur erschöpft und dankbar. Dafür, dass wir nicht von unseren Helfern versetzt wurden, dass wir den Transporter heil zurückgebracht haben, dass wir den Großteil der verrückten Görlitz-Expedition hinter uns haben.

30. Mai 2020

Schon immer denke ich, ich sei unorganisiert, chaotisch. Deshalb probiere ich seit Jahren mit Systemen herum, mich besser zu organisieren, produktiver zu sein. Und ich denke immer, das geht noch besser, ich bin noch lange nicht am Ziel. Ohne es zu merken, bin ich dadurch ein ziemlich gut organisierter Mensch geworden. Zeit, mich endlich auch so zu sehen.

31. Mai 2020

Unser erster Spaziergang im Waldstreifen direkt vor unserer Haustür. Wir sehen einen Reiher, ein Eichhörnchen, einen Specht und einen jungen Hirsch. Ist mir im Kleinen Tiergarten nie passiert.

Wo ist das Kommentarfeld?

Habe ich abgeschaltet. Ich habe in zwei Jahren genau acht Kommentare erhalten, scheint also nicht so beliebt zu sein, die Kommentarfunktion. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass aus den Kommentaren direkt auf der Website selten ein Gespräch entsteht, da man nicht mitbekommt, wenn auf den Kommentar geantwortet wurde. Deshalb, wenn Du mir Feedback zu meinen Beiträgen geben willst (worüber ich mich sehr freue), dann schreib mir entweder eine Mail oder teile den Beitrag auf Facebook, Twitter oder sonstwo und markiere mich, damit ich das mitbekomme. Dann können wir uns dort unterhalten, wo sich Leute eben heute unterhalten. Und nicht in meinem verödeten Kommentarbereich. Danke!