1.5.2019

Morgens beschließe ich, einfach liegen zu bleiben. Ich mache das, was ich mir sonst nur gönne, wenn ich krank bin: liegen bleiben, lesen, dösen, weiterlesen und so weiter. Um halb zwei nachmittags stehe ich auf. Aber auch nur, weil ich verabredet bin.

2.5.2019

Ich bräuchte eigentlich einen Sekretär, der direkt nach dem Sport neben mir steht und meine Gedanken aufzeichnet. Die Birne voll mit Endorphinen, habe ich dann immer die geilsten Ideen und bin komplett begeistert und motiviert. Später lässt die Begeisterung nach. Ich will trotzdem probieren, den Ideen danach Leben einzuhauchen bzw. sie wenigstens nicht zu vergessen.

3.5.2019

Ich habe das Display meines Smartphones reparieren lassen, nach einem halben Jahr mit gesprungenem Bildschirm. Heute kam es zurück und ich verbringe die nächsten drei Stunden damit, alles wieder so einzurichten wie vorher. Jetzt bin ich richtig Matsche in der Birne. Ich kann förmlich spüren, wie mir das Gerät Energie aus dem Kopf zieht.

4.5.2019

Heute feiern wir den fünften Geburtstag des Bata. Wahnsinn, dass es schon wieder fünf Jahre sein sollen. So viel ist passiert. Wer weiß, was in weiteren fünf Jahren sein wird? Ich werde dann genauso fasziniert zurückblicken. Und so geht es Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt, und am Ende nennen wir es ein Leben.

5.5.2019

Wie einem Grashalm beim Wachsen kann man meinem Neffen zusehen, wie er sprechen lernt. Im Abstand von wenigen Wochen reiht er erst zwei, dann drei oder fünf Wörter zu Sätzen und kompletten Willensäußerungen zusammen. Zu seiner Geburt schrieb ich ihm einen Brief und nannte ihn ein Wunder. Das in etwa habe ich gemeint.

6.5.2019

Ein langes Wochenende mit viel Familie, Freunden und Bekannten liegt hinter mir. Und auch wenn ich vor einigen Tagen geschrieben habe, dass viel Geselligkeit mich Kraft kostet, so bin ich doch auch sehr, sehr dankbar, so viele tolle Menschen um mich herum zu haben.

7.5.2019

William Boyd erzählt in „Die neuen Bekenntnisse“ die Geschichte eines Mannes von dessen Geburt bis zum Tod. Siebzig Jahre eines Lebens denkt er sich einfach aus. Ich habe das Buch heute beendet und bin begeistert. Es ist wie ein ganzen neuen Menschen kennengelernt zu haben. Diese Bücher lese ich am liebsten.

8.5.2019

Nach dem 4:0 gegen Barcelona geht es darum, wie Jürgen Klopp es geschafft hat, die Mannschaft von Liverpool zu motivieren, das scheinbar Unmögliche zu schaffen. Von einem seiner ehemaligen Spieler wird er mit diesen Worten zitiert, die ich mir groß an die Wand schreiben will: „Ist es eine schwierige Aufgabe? Auf jeden Fall! Ist es trotzdem möglich? Zu 100 Prozent. Dann lasst es uns versuchen!“

9.5.2019

Online-Unternehmer bauen ja sogenannte MVPs, “minimum viable products”, eine kleine Variante ihrer Geschäftsidee, um zu testen, ob es überhaupt Interesse für ihre Produktidee gibt. Wir haben heute für die Idee, in einem Van zu leben, ein MVP gebucht: eine Woche einen Campervan mieten und durch die Gegend fahren. Ich bin gespannt.

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Wenn Jugendliche Hinweisschilder texten…

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10.5.2019

Es ist immer wieder verblüffend, wie unterschiedlich ich die Welt sehe, je nachdem, welche Chemikalien sich in meinem Kopf befinden. Nein, keine Drogen. Gleicher Mensch, gleiche Aufgaben und Umstände, völlig anderes Gefühl. Morgens schwer, sorgenvoll; ich hüpfe gedanklich von einem Problem zum nächsten und alle sehen sie riesig aus. Abends, am besten nach dem Crossfit, bin ich inspiriert, sehe das große Ganze, bin begeistert und motiviert. „Glauben Sie nicht alles, was Sie denken“, ist einer meiner Lieblingssprüche. Es spricht für mich, dass ich diese Zeilen morgens schreibe.

11.5.2019

Ich habe so viele Dinge, die mich begeistern, dass ich es manchmal kaum aushalte. Aber unterm Strich ist es schon ziemlich geil.

12.5.2019

Ein langes Frühstück bei Mutti, am Muttertag. Wir sprechen über alles mögliche und kommen irgendwann auf das Ego zu sprechen. Streits, Diskussionen, Kriege und auch unsere persönlichen Baustellen haben oft die Ursache, dass wir unser Ego über die Sache stellen. Je öfter ich mein Ego ignoriere, desto bessere Entscheidungen treffe ich.

13.5.2019

Vor dem Sport: erschöpft, müde, überreizt. Nach dem Sport: fröhlich, entspannt, motiviert.

14.5.2019

Beeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeep.

15.5.2019

Warum bin ich eigentlich morgens schon erschöpft, wenn mein Überleben und meine Gesundheit doch eigentlich automatisch gesichert sind in der heutigen Zeit? Es sind meine eigenen Ambitionen und Bedürfnisse, die mich erschöpfen. Und doch scheint es mir der größte Verrat an mir selbst zu sein, meine Ambitionen zurückzuschrauben. Aber die Bedürfnisse, das geht!