16.8.2019

Neuer Rekord: 40 Minuten im Auto von mir zu Hause zum Hauptbahnhof für eine Strecke von eineinhalb Kilometern. Wann hören wir endlich auf, in zu großen Blechdosen alleine durch die Stadt zu fahren?

Geil! Neu! Jetzt auch als Podcast!

17.8.2019

Freilichtmuseum im Spreewald. Vor 150 Jahren war man wohlhabend, wenn man einen eigenen Stall für die Kühe hatte und sich das Bett nicht mit drei Generationen teilen musste. Bonus-Content: Ich weiß jetzt, warum man zu Kindern „Ab in die Kiste“ sagt, wenn sie ins Bett sollen.

18.8.2019

Krasser Kontrast. Morgens Frühstück in der Pension im Spreewald, wo es außer Wurst, Käse, Eiern und Milch eigentlich nur Tomaten und Gurken gibt, nachmittags dann veganer Burger in Treptow, wo der Kaffee standardmäßig mit Hafermilch zubereitet wird. An beiden Orten ist das jeweils voll normal und die andere Variante komplett verrückt.

19.8.2019

Heute wieder mega-produktiv. Von morgens an Gas gegeben, nachmittags zum Sport und abends nochmal zwei Stunden an meinen Momentaufnahmen und am Podcast gearbeitet. Fühlt sich am Ende super gut an, aber ist auch echt anstrengend. Ich glaube nicht, dass ich das öfter als drei- bis viermal pro Woche hinbekomme.

20.8.2019

Auf meine Momentaufnahme vom 3.8.2019 erhalte ich eine Reaktion per Mail, die mich erst darüber aufklärt, dass Mitgliedern diverser rechter Organisationen die Mitgliedschaft in der AfD verwehrt würde. Danach folgt noch eine kleine Auflistung von Behauptungen, die belegen sollen, dass die AfD eigentlich am weitesten von allen Parteien von den Nazis entfernt ist. Hierzu stelle ich fest:

  1. Die AfD und die Neue Rechte verstehen es recht gut, sich von den Gräueltaten der Nazis zu distanzieren. Dennoch denken in der AfD etliche Mitglieder völkisch und rassistisch. Das lehne ich ab und das meinte ich in erster Linie mit „einem verhinderten Künstler“ nacheifern. Nicht, Millionen Juden vergasen oder Lebensraum im Osten erobern zu wollen.
  2. Meine Momentaufnahmen sind weder eine wissenschaftliche Abhandlung noch Journalismus. Es sind einfach Gedanken, die mir in dem Sinn kommen. Ich schreibe sie spontan auf und prüfe sie nur noch auf Rechtschreibung, bevor ich sie veröffentliche. Da kann es dann schon mal salopp werden.

21.8.2019

Innerlich jubelnd fahre ich mit dem Fahrrad am gleichen Stau vorbei, in dem ich am Freitag selbst noch stand. Sitzt ihr alle mal in euren Blechdosen. Ich komme mir derweil vor wie im gelben Trikot am Champs Elysee.

22.8.2019

Mit dem Marvmaster nach Wittenberge, eine Woche lang Gastpionier sein beim Summer of Pioneers. Mann, diese Stadt ist verdammt leer. Viel Platz, um sie mit Leben zu füllen, aber man müsste ’ne ganze Menge mehr Leben herbringen.

23.8.2019

Wenn man als Gastronom ‘ne ruhige Kugel schieben und trotzdem die Hütte voll haben will, ist die Provinz auf jeden Fall die bessere Wahl. Das Restaurant, in dem wir heute essen waren, würde es in Berlin höchstens ein halbes Jahr schaffen.

24.8.2019

Ich lese ein furchtbar langweiliges Buch und weiß sogar, warum ich es langweilig finde. Die Charaktere sind einfach flach, und es ist mir egal, was ihnen passiert. Das zu erkennen, heißt zwar noch nicht, dass ich es besser kann, aber es ist für mich ein Zeichen, dass ich deutlich mehr über gutes Schreiben weiß als vor zwei Jahren.

25.8.2019

Ich liege fast den ganzen Tag im Bett, lese und schlafe. Das ist für mich das pure Glück. Abends raffe ich mich auf und gehe zu einem kleinen Treffen der Digital Pioneers hier in Wittenberge. Sehr schön. Wir trinken Bier, essen Selbstgemachtes und zocken Konifez.

26.8.2019

Ohne noch eine Sekunde darüber nachzudenken, gebe ich die Kündigung für meine Wohnung ab. Erst danach werde ich mir klar, was das bedeutet: Ich werde in drei Monaten keine Wohnung mehr haben. Ich löse zum zweiten Mal meinen Haushalt auf und bin vogelfrei. Das wird stressig, aber ich freue mich jetzt schon auf den Tag, an dem ich nur mit meinem Rucksack auf dem Rücken zum Flughafen fahre.

27.8.2019

Zufällig wurde ich vor zwei Wochen beim Digitalsommer in Wittenberge von Spiegel TV befragt (obwohl mir infamerweise unterstellt wird, ich hätte mich absichtlich vor die Kamera gedrängt). Jetzt erscheint das kurze Stück in einer langen Reportage über Sachsen und Brandenburg vor der Wahl, worüber ich zufällig stolpere. Erst bin ich überrascht – über Politik habe ich doch gar nichts gesagt – doch dann siegt die Eitelkeit und ich freue mich. Obwohl ich mich wirklich, wirklich und ganz ehrlich nicht vor die Kamera gedrängt habe.

28.8.2019

In der Provinz ist vieles leichter. Sich zu vernetzen zum Beispiel oder Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wie unwahrscheinlich ist es in Berlin, irgendwie vom Fernsehen interviewt zu werden? Zweimal in Wittenberge beim Summer of Pioneers und zweimal habe ich ‘ne Kamera im Gesicht.

29.8.2019

Zwei Erkenntnisse habe ich nach einer Woche in Wittenberge. 1. Ich bin kein Fan von Coworking. Es lenkt mich ab und killt meine Produktivität. Aber das liegt an mir, nicht am Coworking. Und ich mag Menschen trotzdem. 2. Wittenberge hat Potential. Schaut es Euch an. Ich kann mir vorstellen, hier zu wohnen.

30.8.2019

Statt früh ins Bett zu gehen, lande ich um 23 Uhr im Bata, um spontan als Vertretung hinterm Tresen einzuspringen. Macht Spaß, aber um 4 Uhr nach Hause kommen ist nicht mehr mein Ding.

31.8.2019

Im Coffeeshop unterhält sich ein Barista mit seiner Kollegin. „Ich hab so dicke Eier. Ich muss bumsen, mann, sonst ist die Stimmung scheiße.“ Gut, wenn man weiß, was man braucht. Und wenn man Kollegen hat, mit denen man alles besprechen kann.