1.1.2020

Wir kommen um sieben Uhr morgens nach Hause, stecken die Füße in den Pool und sehen die Sonne über dem Reisfeld aufgehen. Ein guter Start ins neue Jahr!

2.1.2020

Einzug in unsere Unterkunft für Januar: ein Holzhaus in traditioneller Bauweise, inmitten von Reisfeldern. Die Gastgeber sind sehr herzlich und es fühlt sich gleich wie ein gutes Zuhause an. Einzig das Fehlen einer Klimaanlage macht mich nervös, aber das wussten wir vorher. Das Haus ist so gebaut, dass ständig der Wind durchzieht. Back to the basics.

3.1.2020

Ich hole meinen Mietroller ab. Der Angestellte des Verleihs regelt mit mir den Papierkram, dann zeigt er mir den Roller. Im Helmfach finden wir zu unserer beider Überraschung eine fast volle Flasche Johnny Walker Black Label. Auf meine Frage, ob das in der Miete inbegriffen sei, grinst er mich an und sagt: „Noooo, I take it. My bottle is almost empty. Oh, tonight I will have a nice drink.“

4.1.2020

Ich freue mich immer wieder, wenn ich einen Bestseller-Roman lese und Dinge finde, die ich aus meiner Sicht besser machen würde. Das ist für mich ein Signal dafür, dass ich langsam etwas davon verstehe. Bzw. kann ich mir langsam vorstellen, dass jemand auch mein Buch gut finden könnte.

5.1.2020

Wir sitzen in einer 6er-Gondel der Seilbahn Richtung Gipfel. Auf der Anlage steht der bekannte Name „Doppelmayr“, wie ich ihn vom Skifahren kenne. Doch anders als Tausende auf der ganzen Welt, die gerade in Skisachen nach oben fahren, trage ich kurze Hosen und sehe unter mir den dicht wachsenden Urwald Langkawis.

6.1.2020

In Asien, zum Beispiel hier auf Langkawi oder in Thailand, gibt es einen Vogel, dessen Ruf für mich so klingt, als würde er immer „Fo’ real!“ rufen. Ich habe keine Ahnung, wie ich darauf komme, aber ich mag ihn, meinen kleinen Gangstervogel (er heißt übrigens “Indischer Koel”).

7.1.2020

Ich bin den ganzen Tag maulig, weil mir mal wieder alles zu viel ist. Dann schaffe ich aber noch ein paar wichtige Dinge und abends sieht alles schon viel rosiger aus.

8.1.2020

Die Wahrheit zu sagen, führt meist zu guten Ergebnissen. Wenn dich jemand fragt, was du denkst, dann sag die Wahrheit (oder lüge wenigstens nicht, wie es Jordan Peterson formuliert). Und wenn du jemanden fragst, was er denkt, dann sei auch bereit, die Wahrheit zu hören.

9.1.2020

Seit zwei Tagen höre ich beim Arbeiten Hintergrundmusik von brain.fm, mit der man sich besser konzentrieren können soll. Funktioniert für mich bisher gut, aber ein paar Stunden hochkonzentriert arbeiten ist auch ganz schön anstrengend. Bin total platt heute.

10.1.2020

Vorm Coworking steht ein Napf mit Katzenfutter. Jeden Tag schleicht sich ein schwarzer Vogel mit gelbem Schnabel an (präziser kann ich ihn leider nicht benennen) und klaut sich ein paar Brocken Katzenfutter. Er läuft dabei so lustig unbeteiligt, guckt immer mal rein zu mir, als würde er sagen wollen: “Ich? Vogelfutter klauen? Niemals! Pfui deibel!”. Ich glaube ihm das aber nicht.

11.1.2020

Eines meiner liebsten Memes im Netz heißt „drunk octopus wants to fight“. In unserem Haus auf Langkawi gibt es eine ganze Gang dieser Tunichtgute.

12.1.2020

Ich lese den ganzen Tag „Save The Cat! Writes a Novel„, eins der besten Bücher übers Romanschreiben, das ich bisher gelesen habe. Grund ist, dass ich gerade wieder etwas hänge bei meinem Roman. Nach der Lektüre bin ich voll motiviert, das Buch deutlich besser zu machen, befürchte aber, dass ich dafür einiges umstellen muss. Wird es je fertig werden?

13.1.2020

Bei Starbucks behaupten sie, man bekomme Servietten nur auf Nachfrage, um die Umwelt zu schützen und weniger Müll zu produzieren. Nicht ganz glaubwürdig, wenn man Getränke immer im Papp- oder Plastikbecher und immer mit Deckel bekommt, obwohl man das Getränk direkt im Laden trinkt, oder wenn jeder Scheiß achtfach in Plastik eingewickelt ist.

14.1.2020

Auf Langkawi habe ich lange gebraucht, um mich einigermaßen einzugrooven. Aber jetzt läuft es mit der Arbeit und dem Tagesablauf ganz gut. Nur Sport fällt komplett aus, einmal, weil es hier kein Crossfit gibt und zweitens, weil es scheiße heiß ist. Habe ich noch keinen Weg drumherum gefunden.

15.1.2020

Mit der Lektüre von “Save the cat!” habe ich eine Box geöffnet, die ich vielleicht besser geschlossen gehalten hätte. Einerseits bin ich begeistert und verstehe viel mehr darüber, wie spannende Heldenreisen aufgebaut sind. Andererseits bin ich versucht, das ganze Buch noch einmal neu aufzubauen, alles neu zu schreiben, weil ich das Gefühl habe, dass Korrekturen nur weiteres Stückwerk produzieren würden. Ich habe die Sorge, nicht das beste Buch zu schreiben, das ich derzeit könnte, weil ich zu bequem bin, noch einmal alles von vorne anzufangen. Doch ich glaube gleichzeitig, das ist nur ein Irrglaube. So ähnlich wie der Wunsch, beruflich noch einmal alles von vorne anzufangen. Clean slate. Die praktische Lösung ist stattdessen hier wie dort, den Status Quo graduell zu verändern.

Wo ist das Kommentarfeld?

Habe ich abgeschaltet. Ich habe in zwei Jahren genau acht Kommentare erhalten, scheint also nicht so beliebt zu sein, die Kommentarfunktion. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass aus den Kommentaren direkt auf der Website selten ein Gespräch entsteht, da man nicht mitbekommt, wenn auf den Kommentar geantwortet wurde. Deshalb, wenn Du mir Feedback zu meinen Beiträgen geben willst (worüber ich mich sehr freue), dann schreib mir entweder eine Mail oder teile den Beitrag auf Facebook, Twitter oder sonstwo und markiere mich, damit ich das mitbekomme. Dann können wir uns dort unterhalten, wo sich Leute eben heute unterhalten. Und nicht in meinem verödeten Kommentarbereich. Danke!