16.1.2020

Workshop über exponentielle Organisationen. Wieder mal ziemlich inspirierend für mein Business, was ich gerade gar nicht gebrauchen kann. Das bringt ja immer Folgearbeiten mit sich.

17.1.2020

Freitag morgens wird in der benachbarten Moschee immer richtig laut vorgebetet – um sechs Uhr morgens. Ich verstehe nicht, was der Mann singt, aber es klingt für mich wie: „Tja Keule, wenn du gestern Abend gottgefällig früh ins Bett gegangen wärst, würde ich dir jetzt nicht so auf Sack gehen.“ So in etwa wird der Text wohl lauten.

18.1.2020

Ich trete bei der Talentshow der Citizen-Circle-Konferenz auf. Mittlerweile mein vielleicht vierter oder fünfter Auftritt vor einer größeren Gruppe. Mein Kindle fällt mir zwar fast aus der Hand, so sehr zittert diese, aber sonst war ich kaum nervös, habe mich sogar auf den Auftritt gefreut. Man muss durch die Reihe supernervöser Auftritte einfach durch, bis es nach und nach besser wird.

19.1.2020

Wenn man sich besonders schlecht, unfähig, untalentiert findet, ist es gut, sich daran zu erinnern, dass es nicht stimmt. Man ist nie so schlecht, wie man sich fühlt. Genau so gut ist es, sich auch am andere Ende der Skala daran zu erinnern, dass es nicht so extrem ist, wie es sich gerade anfühlt. Will sagen, wenn du dich richtig gut fühlst, etwas gut gemacht hast, Anerkennung bekommst, dann genieße es ruhig einen Moment. Und dann kannst du dich daran erinnern, dass du so extrem toll auch nicht bist. Nicht, um dir die Stimmung zu vermiesen, sondern, um bescheiden und hungrig zu bleiben. Ich denke, es ist für mich ein gutes Ziel, ein Leben mit viel Bewegung nach oben und unten zu führen, aber innerlich danach zu streben, die Schwankungen eher flach zu halten.

20.1.2020

Nach vier Tagen Konferenz mit viel Input habe ich heute wieder richtig Bock auf meinen Schreibtisch. Und ich bekomme auch gut was erledigt.

21.1.2020

Ich lese die Geschichte von Frank „The Irishman“ Sheeran, die gerade von Martin Scorsese für Netflix verfilmt wurde. Er war ein normaler Mann, der mit Anfang 20 in den 2. Weltkrieg ging, nach 411 Gefechtstagen zurückkam und sich seither an Gewalt und Tod gewöhnt hatte. Perfekte Grundausbildung, um danach Jahrzehnte als Killer für die Mafia zu arbeiten. Was für ein Leben, wenn man mit 25 Jahren schon so etwas hinter sich hat.

22.1.2020

Ich kann es nicht genau sagen, aber irgendwas auf dieser Insel strengt mich total an. Ich glaube, es ist die Hitze, und dass mir hier alles zu improvisiert ist.

23.1.2020

Internetaufmerksamkeit macht süchtig. Ich lade das Video von meinem Comedy-Auftritt von letzter Woche hoch und kann mich dann nicht zurückhalten, alle paar Minuten zu checken, ob es neue Likes oder Kommentare gibt, obwohl ich es besser weiß. Nach ein paar Stunden fühle ich mich zerstreut und ausgelaugt. Wie machen das professionelle Influencer?

24.1.2020

Wir schauen zu viert eine Doku über Jordan Peterson. Ich halte ihn für einen guten und klugen Menschen, der sein Leben der Frage gewidmet hat, wie Menschen gut – und gut miteinander – leben können. Und gleichzeitig blitzt immer wieder eine dämonische Seite an ihm auf, die droht, alles kaputtzumachen, und ganz sicher dafür sorgt, Leute zu irritieren. Ich mag beide Seiten, weil sie zeigen, dass er auch nur ein Mensch ist.

25.1.2020

Ich bin ja nicht so höchst begeistert von Langkawi. Aber am Wochenende auf der Spaßbanane auf die Nachbarinsel reiten und grillen und Bier trinken ist schon ganz nett.

26.1.2020

Auf dem Gipfel des höchsten Berges von Langkawi liegt eine verlassene Anlage rund um einen Aussichtsturm. Mit ihrem ganzen Beton und wie sie so verlassen daliegt, erinnert sie mich an das geheime Hauptquartier eines James-Bond-Bösewichts. Die haben ihre Zentralen ja auch gerne mal auf tropischen Inseln, damit es besser in die Story passt, die Bond-Girls im Bikini herumlaufen zu lassen.

27.1.2020

Ich habe vor einiger Zeit ein echt schlaues Konzept zum Teilen von Dingen gelernt: Einer teilt auf, der andere darf zuerst wählen. Jedes Mal, wenn ich es anwende, bin ich von dessen Einfachheit und Wirksamkeit begeistert. Dadurch, dass der andere wählen darf, gibt sich der Teiler größte Mühe, gleich große Teile zu produzieren. Brillant!

28.1.2020

Das Buch “10% Happier” erinnert mich mal wieder an Eckhart Tolle und daran, das alles, was real ist, immer jetzt ist. Alles andere ist Erinnerung oder Vorausschau. Vor- und zurückzublicken ist grundsätzlich nicht verkehrt, aber entscheidend ist doch immer, was wir genau jetzt machen. Oder auch: “When you have one foot in the future and the other in the past, you piss on the present.” (Das Zitat ist nicht von Tolle, sondern von Dan Harris namenloser Ex-Freundin.)

29.1.2020

Wir leben in irren Zeiten. Kostenlos telefoniere ich mit meiner Mutter am anderen Ende der Welt und erkläre ihr, wie sie mir ermöglicht, dass ich ihren Rechner fernsteuern kann. Dann telefoniere ich mit dem Computerladen in Berlin, zu dem ich sie später schicken werde. Alles aus meiner stickigen Kabine auf einer tropischen Insel in Malaysia.

30.1.2020

Der letzte Abend auf Langkawi ist richtig gut. Nachmittags Kaffee, Burger und Pizza mit Sebastian, dann Bierchen am Strand zum Sonnenuntergang und am Ende kommt  der Rest vom Schützenfest auch noch dazu. Von Langkawi nicht so 100% überzeugt zu sein, ist wirklich meckern auf ganz hohem Niveau oder, wie Kati es nennt: “first world problems, paradise edition”. War doch ganz schön hier.

31.1.2020

Wir stehen zum Sonnenuntergang auf dem Dach unseres Wohnturms. Die Luft ist dunstig. Kuala Lumpur sieht aus wie die Zukunft, Wolkenkratzer, so weit das Auge reicht. Blade Runner in echt. Nur vereinzelt sieht man zwischen den Türmen noch alte, einstöckige Gebäude mit Ziegeldach. Die gibt es bald nicht mehr.

Wo ist das Kommentarfeld?

Habe ich abgeschaltet. Ich habe in zwei Jahren genau acht Kommentare erhalten, scheint also nicht so beliebt zu sein, die Kommentarfunktion. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass aus den Kommentaren direkt auf der Website selten ein Gespräch entsteht, da man nicht mitbekommt, wenn auf den Kommentar geantwortet wurde. Deshalb, wenn Du mir Feedback zu meinen Beiträgen geben willst (worüber ich mich sehr freue), dann schreib mir entweder eine Mail oder teile den Beitrag auf Facebook, Twitter oder sonstwo und markiere mich, damit ich das mitbekomme. Dann können wir uns dort unterhalten, wo sich Leute eben heute unterhalten. Und nicht in meinem verödeten Kommentarbereich. Danke!