16.2.2020

Bei uns ist oder war es völlig normal, Tiere als Hilfskräfte einzusetzen. Ochsen oder Pferde zogen Wagen, Hunde bewachen Häuser oder Schafe etc. Heute sehen wir zwei Männer, die einen Affen an der Leine haben, der für sie in die Palmen klettert und Kokosnüsse herunterwirft. Das ist im Prinzip das Gleiche, aber weil ich mich Affen verwandt fühle, wirkt es auf mich wie Sklaverei.

17.2.2020

Wenn ich in arg touristischen Ecken unterwegs bin, merke ich immer wieder, dass es auch ganz schön viele Menschen gibt, mit denen ich nichts zu tun haben will.

18.2.2020

Morgens regnet es heftig. Wir haben keine Regencapes und basteln uns welche aus schwarzen Müllsäcken. In dem Outfit könnten wir auch direkt zur Love Parade.

19.2.2020

Seit gut eineinhalb Jahren habe ich in Berlin und in Europa immer wieder nachts ein Brummen im Kopf gehabt, dessen Herkunft ich mir nicht erklären konnte. Das Dröhnen hat mich teils stundenlang nachts wachgehalten, wurde zum ständigen Begleiter. Das Phänomen ist weltweit als „The Hum“ bekannt und die glaubwürdigsten Erklärungen reichen von etwas Internem wie einem Tinnitus zu etwas Externem wie einer unbekannten Geräuschquelle. Hier in Asien habe ich das Brummen noch nicht einmal gehört.

20.2.2020

Was ich am Reisen mag, sind die unerwarteten Dinge, die man sieht. Wie zum Beispiel hier auf Phangan der fette Biker von den Bandidos Ingolstadt, der auf seiner Harley an uns vorbeiblubbert.

21.2.2020

Gestern war im Tempel ein Stück das Tal hinunter eine Riesenveranstaltung, mit lauten Ansagen und Musik über Stunden. Wir denken erst, wir warten es ab, in Thailand dauern Feste nicht so lang. Um halb eins läuft die Sause immer noch. Wir entscheiden, da einfach hinzufahren. Als wir ankommen, ist das Fest gerade vorbei, die Musik aus. Aber alleine dort hingefahren zu sein, fühlt sich gut an. Gegen den Frust der Machtlosigkeit etwas unternommen zu haben.

22.2.2020

Ich stecke mit dem Roller auf einem Felsen fest, meine Hupe hupt ununterbrochen, um mich herum ist es stockfinster, meine Lippe blutet und ich habe ein Casio-Keyboard zwischen den Beinen. Was ist passiert?

23.2.2020

Eine unerwartete Absage beschert mir die Idee für einen Blogbeitrag oder gleich ein ganzes Buch: „Verbindlichkeit für Millennials“. Das würde sicher ein Kassenschlager; wenn nicht unter Millennials, dann unter denen, die mit ihnen zu tun haben.

24.2.2020

Wenn es läuft, schreibe ich 1000 Wörter in einer Stunde. Heute läuft es. Wenn das immer der Fall wäre, könnte ich einen Roman in 80 Stunden schreiben. Wenn ich Vollzeit-Autor wäre, würde das nur einen Monat dauern. Alles sehr theoretisch natürlich.

25.2.2020

Ich hätte gerne mal eine Auszeit, vielleicht drei Monate. Ohne Arbeit, ohne Verpflichtungen. Einfach nur in den Tag hineinleben, entdecken, einiges durchdenken. Ich fühle mich immer unwohler damit, was ich den ganzen Tag so mache. Planlos, getrieben, ohne rechtes Ziel. Das würde ich gerne mal ordnen.

26.2.2020

Skypecall mit Mutti am Smartphone. Aus Versehen und ohne es zu merken, mache ich einen Screenshot, den ich erst nach dem Gespräch bemerke. Es ist ein richtig schönes Foto: Wir lachen beide, freuen uns, miteinander zu sprechen, sind glücklich.

27.2.2020

Die School of Life von Alain de Botton hat vor einigen Monaten einen Blogbeitrag mit dem Titel “26 Zeichen dafür, dass du emotional reif bist” veröffentlicht. Für mich ist dieser Beitrag wie eine Kurzanleitung fürs Erwachsenwerden, und ich lege ihn jedem ans Herz. Kostprobe: “Du lernst, dir deine Fehler und Dummheiten zu vergeben, und erkennst, wie unfruchtbar und ichbezogen es ist, sich für vergangene Missetaten runterzumachen. Du wirst dir selbst ein besserer Freund. Natürlich bist du ein Idiot – aber ein liebenswerter, so wie wir alle.”

28.2.2020

Ich bin von Hause aus oft grüblerisch, missmutig, unwillig. Lange habe ich versucht, anders zu sein. Habe gedacht, ich müsse mein Denken und Fühlen verändern. Heute weiß ich, dass ich einfach Gewohnheiten brauche, die es mir erlauben, trotz meiner Grübeleien, meines Missmuts und Unwillens Dinge erledigt zu bekommen. Ich warte heute nicht mehr auf Begeisterung, bevor ich anfange. Ich fange übellaunig an, und durch das Tun bessert sich meine Laune.

29.2.2020

Ich mache nach knapp drei Jahren wieder den Test von 16personalities.com. Ich habe mich etwas verändert, Fühlen hat gegenüber Denken etwas aufgeholt und ich bin klarer/aufgeräumter und weniger turbulent unterwegs. Im Beschreibungstext fühle ich mich total gut erkannt. Ich würde gerne wissen, was bei meinen Freunden, Familie, Partnern, Mitarbeitern herauskommt, damit ich sie besser verstehen kann.

Wo ist das Kommentarfeld?

Habe ich abgeschaltet. Ich habe in zwei Jahren genau acht Kommentare erhalten, scheint also nicht so beliebt zu sein, die Kommentarfunktion. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass aus den Kommentaren direkt auf der Website selten ein Gespräch entsteht, da man nicht mitbekommt, wenn auf den Kommentar geantwortet wurde. Deshalb, wenn Du mir Feedback zu meinen Beiträgen geben willst (worüber ich mich sehr freue), dann schreib mir entweder eine Mail oder teile den Beitrag auf Facebook, Twitter oder sonstwo und markiere mich, damit ich das mitbekomme. Dann können wir uns dort unterhalten, wo sich Leute eben heute unterhalten. Und nicht in meinem verödeten Kommentarbereich. Danke!