16. Juni 2020

Ich nehme eine Tablette gegen meinen Heuschnupfen. Das enthaltene Pseudoephedrin treibt mich fünf Stunden lang an und ich ackere wie ein Duracell-Häschen. Vielleicht sollte ich aus dienstlichen Gründen häufiger Aufputschmittel nehmen.

17. Juni 2020

Vor drei Jahren habe ich mir vorgenommen, einen Roman zu schreiben. Ich konnte mir damals nicht vorstellen, 80.000 zusammenhängende Wörter aufzuschreiben. Heute ist er zwar noch nicht fertig, aber mein Schreibprogramm zeigt mir an: 80.235 Wörter.

18. Juni 2020

Erstaunlich. Schon nach knapp drei Wochen in Görlitz finde ich Berlin unheimlich anstrengend. Ging mir vorher sicher auch so, aber nur unbewusst.

19. Juni 2020

Es gibt eine Eigenschaft, die fast jedes Produkt hat, das man kaufen kann. Sie ist meist viel zu teuer, sie verschwindet im Moment der ersten Nutzung und man kann in den meisten Fällen auf sie verzichten. Diese Eigenschaft heißt: neu.

20. Juni 2020

Viele Dinge, von denen man denkt: „Das geht nicht“, gehen eben doch. Merkt man oft erst dann, wenn es ein anderer macht.

21. Juni 2020

Der Nachteil von Computerspielen, nämlich dass sie Dir Zeit rauben wie verrückt, ist in der Bahn ein Vorteil. Die Zeit vergeht wie im Flug.

22. Juni 2020

Warum muss eigentlich jeder kleine Websitebetreiber Angst vor ‘ner Abmahnung haben, weil er eine Mail zu viel verschickt hat, während man uns ungefragt jede Woche zwei Kilo Altpapier in den Briefkasten stopfen darf?

23. Juni 2020

Wenn Dir ein Bauer eine Zusage macht, kannst Du Dich darauf verlassen. Er ist nämlich ein Ährenmann.

24. Juni 2020

Der erste vollständige Entwurf meines Buches ist in Sichtweite. Auch wenn danach noch viel Arbeit kommt, fühlt es sich an, als wäre es dann ein Spaziergang.

25. Juni 2020

Jeden Morgen ist Kathi höchst irritiert, wenn ich regungslos auf der Couch liege, weil ich die Luft anhalte. Aber die Wim-Hof-Übungen morgens tun mir gut, machen mich wach und stärken angeblich das Immunsystem.

26. Juni 2020

Wenn ich erzähle, dass wir nach Görlitz gezogen sind, ist die Reaktion immer: warum zur Hölle denn Görlitz? Hätte ich vor zwei Jahren auch gefragt. Dabei ist die Antwort recht einfach: Es ist sehr schön hier, etwas ruhiger, schöne Natur in der Nähe, trotzdem städtisch-kreatives Leben, niedrige Mieten und viel Freiraum. Die Nähe zu Polen und Tschechien ist auch ganz spannend. Ab sofort verweise ich bei der Frage immer auf diesen Text.

27. Juni 2020

In Görlitz gibt es einen Hühnerologischen Verein. Kein Scherz. Man findet mehrfach Denkmäler und Gedenktafeln, gespendet von diesem Verein. Ob es irgendwo auch einen Kuhlogischen, Hammeligen oder Schweinischen Verein gibt? Na ja, letzteren bestimmt.

28. Juni 2020

Unser erster Ausflug zum Berzdorfer See. Der See ist ein ca. 10 Kilometer langes ehemaliges großes Loch im Boden, in das man einfach ordentlich Wasser gefüllt hat. Es ist sehr schön dort.

29. Juni 2020

Man soll ja nicht alles glauben, was man denkt, aber gerade habe ich das Gefühl, ich habe einen ganz schön großen Teil meiner Arbeitszeit als Erwachsener mit Dingen verbracht, die mir nichts bedeuten. Keine Reue, aber vielleicht Orientierung oder Warnung, den Anteil in der Zukunft kleiner zu halten.

30. Juni 2020

Görlitz ist fortschrittlich genug, dass es einen Carsharing-Anbieter gibt, aber provinziell genug, dass die zwei Autos eigentlich immer verfügbar sind.

Wo ist das Kommentarfeld?

Habe ich abgeschaltet. Ich habe in zwei Jahren genau acht Kommentare erhalten, scheint also nicht so beliebt zu sein, die Kommentarfunktion. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass aus den Kommentaren direkt auf der Website selten ein Gespräch entsteht, da man nicht mitbekommt, wenn auf den Kommentar geantwortet wurde. Deshalb, wenn Du mir Feedback zu meinen Beiträgen geben willst (worüber ich mich sehr freue), dann schreib mir entweder eine Mail oder teile den Beitrag auf Facebook, Twitter oder sonstwo und markiere mich, damit ich das mitbekomme. Dann können wir uns dort unterhalten, wo sich Leute eben heute unterhalten. Und nicht in meinem verödeten Kommentarbereich. Danke!