1. Juli 2020

Supermarkt. Maske auf. Heuschnupfenattacke vom Feinsten. In meiner Nase kribbelt es, als würden tausend kleine Donald Trumps mit ihren Wurstfingern meine Naseninnenwände kitzeln. Ich bekomme Panik: „Kein Zutritt mit Erkältungssymptomen!“, hieß es am Eingang. Ich schleiche mich in die dunkelste Ecke, die man in einem hellen Edeka finden kann, ziehe schnell die Maske runter und putze mir die Nase. Keiner sieht mich. Ich bin der Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung gerade noch so von der Schippe gesprungen.

2. Juli 2020

Gestern explodiert mir fast die Nase, heute ist alles ruhig, bei gleichem Wetter. Kann mir mal jemand erklären, welche Faktoren die Pollenkonzentration in der Luft bestimmen?

3. Juli 2020

Irgendwann wird es hier auch wieder gut sein mit den Görlitz-Beiträgen, aber einen habe ich noch: Wenn man hier über die Brücke auf die andere Seite des Parks geht, ist man in einem anderen Land. Das finde ich faszinierend.

4. Juli 2020

Und plötzlich sehen wir drei Störche, die in weiten Bögen über der Wiese kreisen, bevor sie landen, ihre Flügel zusammenfalten und regungslos auf der Wiese herumstehen.

5. Juli 2020

Heute ein Zitat aus diesem Interview mit Philip Kovce, Ökonom und Philosoph, zum bedingungslosen Grundeinkommen: „Den Traum vom Nichtstun träumen vor allem diejenigen, die derzeit das Falsche tun. Solange sie es tun müssen, erscheint ihnen Nichtstun als bessere Option. Sobald sie jedoch nichts mehr tun müssen, wächst früher oder später die Lust darauf, etwas Richtiges, Wichtiges, Sinnvolles zu tun. Womit wir bei der Muße wären: Muße ist das Gegenteil von Faulheit. Sie ist die Ruhe, in der letztlich die Kraft zur freiwilligen Tätigkeit liegt.“

6. Juli 2020

Einfach zwischendurch rausgehen zu können, ohne Schuhe anzuziehen, in die Sonne und den Wind, und den Himmel zu sehen, ist ein großer Luxus.

7. Juli 2020

In Görlitz und Umgebung sehe ich unheimlich viele Menschen auf diesen neuartigen Mountainbikes mit sehr breiten Lenkern und dicken Reifen, die auf Asphalt ein wütendes Brummen von sich geben; gerne auch als E-Bike genommen. Mein Freund Matthias nannte sie am Wochenende den „SUV des kleinen Mannes“.

8. Juli 2020

Mit dem Buch komme ich so gut und vor allem unangestrengt voran wie nie. Ich frage mich warum. Vermutlich mehrere Dinge: Es ist der Endspurt und ich habe aufgegeben, dass es brilliant werden muss. Und ich finde hier einen guten Rhythmus. Ich kann mir gerade sehr gut vorstellen, das immer und immer weiter zu machen.

9. Juli 2020

Wenn man ’ne schön große Wohnung mit Terrasse und einen vollen Kühlschrank hat, kann es schon mal passieren, dass man ein paar Tage nicht rausgeht. Hat mir ein Freund erzählt.

10. Juli 2020

Siegmund Freud hätte sich einen gelacht: „Rate mal, was im Teig von dem Fladenbrot … Bier … drin ist.“ Pause, schallendes Gelächter. Ich: „Bier?“

11. Juli 2020

„If you want to be rich you must make a pact with yourself about fear of anything. You cannot banish fear, but you can face it down, stomp on it, crush it, bury it, padlock it into the deepest recesses of your heart and soul and leave it there to rot. Just try. Try for just a single day, a whole day when you refuse to acknowledge fear of failure, fear of making yourself look like an idiot, fear of losing your lover, fear of losing your job, fear of your boss, fear of anything and of any kind. Fear will creep back, usually at three in the morning. Laugh at it and tell it to take a hike. Smash it in the teeth. Spit on it. Put your arms round it and make nicey- nicey. Then slip a sharp blade into its stinking throat just as you’re French-kissing it.“ (Felix Dennis,“ How to get rich“)

12. Juli 2020

Irgendwie ist das unfair. Man braucht zwei Jahre, um einen Roman zu schreiben, und einen Tag, um einen zu lesen.

13. Juli 2020

Wenn ich mich wieder mal frage, warum ich so viel mehr in meiner Vorstellung erschaffe als in der Realität, dann liegt das vielleicht daran, dass meine Gedanken mir realer und direkter vorkommen als das, was in der Welt um mich herum passiert.

14. Juli 2020

Gestern war ich das erste Mal seit einem halben Jahr wieder beim Crossfit. Es war faszinierend, meinem Gehirn dabei zuzusehen, wie es ca. zwei Stunden vor dem Training mit allen möglichen schlauen Begründungen ankam, warum ich gerade heute nicht hingehen sollte: zu viel zu tun, zu warm, haben nicht auf meine Nachricht geantwortet, lohnt sich nicht, da ich bald nach Berlin fahre, blabla. Ich bin dann einfach trotzdem hingefahren. War gut.

15. Juli 2020

Ich hatte in letzter Zeit regelmäßig Zweifel, ob ich wirklich zum Unternehmer tauge. Unternehmer müssen viel delegieren, während ich einfach sehr gern Dinge selbst mache. In „How to get rich“ (leicht überzogener Titel) betont der Autor, wie wichtig es ist, Arbeit abzugeben, um als Unternehmer erfolgreich zu sein. Heute hatte ich einen guten Gedanken dazu: Ich kann als Unternehmer üben, mehr abzugeben und weniger selber zu machen. Und dann kann ich meinen Drang, selbst Dinge zu schaffen, als Autor ausleben, ohne es als unternehmerische Tätigkeit zu betrachten.

Wo ist das Kommentarfeld?

Habe ich abgeschaltet. Ich habe in zwei Jahren genau acht Kommentare erhalten, scheint also nicht so beliebt zu sein, die Kommentarfunktion. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass aus den Kommentaren direkt auf der Website selten ein Gespräch entsteht, da man nicht mitbekommt, wenn auf den Kommentar geantwortet wurde. Deshalb, wenn Du mir Feedback zu meinen Beiträgen geben willst (worüber ich mich sehr freue), dann schreib mir entweder eine Mail oder teile den Beitrag auf Facebook, Twitter oder sonstwo und markiere mich, damit ich das mitbekomme. Dann können wir uns dort unterhalten, wo sich Leute eben heute unterhalten. Und nicht in meinem verödeten Kommentarbereich. Danke!