16. August 2020

Aus einem Buch über einen Mann, der mit 20 Jahren verschwand und die nächsten 27 Jahre allein im Wald lebte: „Möglicherweise hielt Knight sich für einen der letzten zurechnungsfähigen Menschen, die es noch gab. Es verblüfft ihn, dass man es völlig akzeptabel findet, im Austausch gegen Geld einen Großteil seines Lebens in Großraumbüros zu hocken und auf Computerbildschirme zu starren, während man ein entspanntes Leben im Wald für gestört hält.“ (Michael Finkel)

17. August 2020

Im Hof singt einer laut Karaoke und vergewaltigt nacheinander „Imagine“, „New York, New York“ und „Stand by me“. Das kommt davon, wenn man den Leuten sagt, sie könnten alles sein.

18. August 2020

Erstes Training in der kleinen, aber feinen Florcross-Box in Görlitz. Ich kann danach kaum noch laufen, aber das Workout war gut und die Leute sind nett. Jetzt brauche ich nur noch brauchbare Billardtische hier.

19. August 2020

Die meiste Arbeit kommt mir nur schwer vor, wenn ich sie nicht mache.

20. August 2020

Heute wieder mal mich selbst an zwei Dinge erinnert, die das Leben jedes Mal besser machen: die Wahrheit sagen und zum Sport gehen.

21. August 2020

Ich habe keine große Ahnung von der Modeindustrie, aber ich weiß, dass H&M etc. ultra-schnell darin sind, Trends zu folgen und neue Kollektionen auf den Markt zu werfen. Kann mir jemand erklären, warum die keine Masken verkaufen?

22. August 2020

Ein Nebeneffekt von Corona ist, dass Hotelflure jetzt riechen wie Krankenhausflure.

23. August 2020

Das erste Mal seit Monaten, dass ich allein am Billardtisch stehe. Spiel um Spiel, völlig versunken, trotzdem voll mittendrin zwischen den anderen Spielern an den Tischen um mich herum. Ich habe mit die schönsten Momente am Billardtisch erlebt. Nichts zählt, außer, wie die Kugeln rollen. Volle Konzentration, ohne Anstrengung. Pure Gegenwart.

24. August 2020

In der S-Bahn ohne Ticket. Mit der App schnell noch kaufen funktioniert auch nicht, merkt der direkt. Scheiße. Ich diskutiere nicht groß rum, zahle 60 Euro mit Karte und versuche einfach, die Sache schnell loszulassen.

25. August 2020

Wir machen Pläne, setzen Ziele für unser Online-Business. Das fällt mir immer am leichtesten. Ab morgen müssen wir das dann umsetzen, dann wird es knifflig.

26. August 2020

Wenn man zwei Jahre jeden Tag eine kurze Bemerkung schreibt, dann ist manchmal auch diese dabei: keine besonderen Vorkommnisse.

27. August 2020

Früher dachte ich, Gewichtheben sei die langweiligste Sportart der Welt. Seit ich CrossFit mache, weiß ich, das ist verdammt kompliziert. Und jetzt, in Görlitz, lerne ich es von Leuten, die richtig was davon verstehen. Und es ist echt schwer!

28. August 2020

Wir laufen durch den Wald, erreichen einen alten Steinbruch, der zum See geflutet wurde. Und darüber ein Mann auf einer Slackline. Spaziert auf dem Seil in 7, 8 Metern Höhe, als wäre er im Park unterwegs. Am Ende freiwilliger Abgang mit Salto ins eiskalte Wasser.

29. August 2020

Wir haben Sambal Oelek auf dem Frühstückstisch. Ich denke eine Weile über das Wort nach. Plötzlich die Idee: Ich möchte eine Figur in meinem Roman „Samba-Oleg“ nennen. Vielleicht ein Gangster, der nicht tanzen kann und von seinen Leuten deshalb so genannt wird.

30. August 2020

Ich lese „Hiding in Plain Sight“ und komme aus dem Staunen nicht raus. Dem Buch der Journalistin Sarah Kendzior zufolge ist Donald Trump kein Clown, sondern ein Verbrecher, der seit Jahrzehnten Verbindungen zur russischen Mafia und anderem Gesocks hat. Spannend wie ein Thriller und düster wie eine Dystopie. Und nicht wundern, wenn er im November wiedergewählt wird.

31. August 2020

Ich glaube, der Mensch ist dazu geschaffen, unzufrieden zu sein. Anders kann ich mir nicht erklären, was diese ganzen Knalltüten erreichen wollen, die in Berlin demonstriert haben. Deutschland ist reich, frei und hat die Krise gut gemeistert, und die tun so, als würde die Welt untergehen. Dazu haben zig Millionen Menschen auf der Welt nicht die Zeit, weil sie mit überleben beschäftigt sind. Die Schwaben-Schwurbler in Berlin hingegen haben einfach nur Langeweile.

Wo ist das Kommentarfeld?

Habe ich abgeschaltet. Ich habe in zwei Jahren genau acht Kommentare erhalten, scheint also nicht so beliebt zu sein, die Kommentarfunktion. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass aus den Kommentaren direkt auf der Website selten ein Gespräch entsteht, da man nicht mitbekommt, wenn auf den Kommentar geantwortet wurde. Deshalb, wenn Du mir Feedback zu meinen Beiträgen geben willst (worüber ich mich sehr freue), dann schreib mir entweder eine Mail oder teile den Beitrag auf Facebook, Twitter oder sonstwo und markiere mich, damit ich das mitbekomme. Dann können wir uns dort unterhalten, wo sich Leute eben heute unterhalten. Und nicht in meinem verödeten Kommentarbereich. Danke!