16. September 2020

Meine Filterbubble ist seit Monaten überzeugt, dass Trump die Wahl verliert. Genauso überzeugt wie beim letzten Mal oder davon, dass er die vier Jahre nicht schafft. Aber ich habe auch etliche Facebook-Kontakte, die pro Trump sind. Die andere Bubble. Die sind genauso überzeugt, dass er gewinnt.

17. September 2020

Wenn ich gewusst hätte, wie aufwändig es ist, einen Roman zu schreiben, hätte ich ihn vielleicht nie angefangen. Das ist ein Satz, den ich in Bezug auf große Projekte schon oft von Leuten gehört habe. „Wenn ich gewusst hätte, worauf ich mich einlasse…“ Der Sprung ins kalte Wasser ist scheinbar unabdingbar, wenn man großes schaffen will. Gleichzeitig will ich mich nicht mehr wie früher in jede Gelegenheit stürzen, jede Idee verfolgen, jedes Projekt anfangen. Die Auflösung für diesen Widerspruch könnte sein: Lieber etwas länger überlegen, welchem Projekt ich mich als Nächstes widmen will. Wenn das aber entschieden ist, einfach anfangen, ohne das „Wie“ schon genau zu kennen.

18. September 2020

Ich wache früh auf, will vorm Schreiben noch ein kleines Stück in Blake Crouchs „Recursion“ lesen. Dreieinhalb Stunden später habe ich das Ding durch. Meine Güte, was für ein crazy Buch, verdammt gutes Zeug.

19. September 2020

Wir verbringen den halben Tag am Strand. Ich beobachte meinen knapp vierjährigen Neffen, frage mich, wie er die Welt erlebt und würde gerne mal für ein paar Stunden in die Vergangenheit hüpfen, um mich selbst in dem Alter zu beobachten.

20. September 2020

Seid gut zu euren Kindern. Die Geschichte der Trumps zeigt, was passiert, wenn man es nicht ist.

21. September 2020

Seit letzter Woche wieder 1–2 Mal die Woche Intervallfasten für 24 Stunden. Es ist erstaunlich, wie einfach das ist, wenn der Kopf sich einmal daran gewöhnt hat. Der Bauch kommt easy damit klar.

22. September 2020

Ich gucke die Doku „Don’t fuck with cats“ auf Netflix. So eine Story kann man sich nicht ausdenken, was Einiges an Ironie birgt, als dass die Hauptfigur komplett von Filmen inspiriert ist. Am Ende wird es dann richtig verrückt, besonders, wenn man mal in Berlin-Neukölln gelebt hat.

23. September 2020

Wenn ich mich richtig in eine Aufgabe vertiefe, fliegt die Zeit. So wie heute. Am Nachmittag fange ich an, an einer Website zu bauen. Sechs Stunden später ist es dunkel und ich könnte immer weitermachen.

24. September 2020

Ich erinnere mich an den Begriff „Tittytainment„, den ich zuerst vor 25 Jahren in der Schule hörte. Er steht für die Theorie, dass wegen gestiegener Produktivität in der Zukunft so wenig Arbeit zu tun ist, dass 20 % der Bevölkerung Arbeit hat und Geld verdient und die restlichen 80 % mit einer Mischung aus Versorgung und Entertainment ruhiggestellt werden müssen. Viele Entwicklungen von heute konnte man damals nicht absehen, aber das Grundproblem, was eigentlich ein feuchter Traum der Menschheit ist, nämlich, nicht mehr arbeiten zu müssen, haben wir immer mehr. Spätestens, wenn uns Maschinen nicht nur physische, sondern auch kognitive Arbeit wegnehmen.

25. September 2020

Nach einer Woche achtsam essen und dreimal Sport fühle ich mich top. Es war an der Zeit, die letzten Wochen und Monate habe ich mich nicht gut gefühlt. So kann es weitergehen.

26. September 2020

“Dark” ist bisher die einzige Serie, die ich kenne, bei der ich immer wieder nebenbei ins Handbuch schauen muss, um sie zu verstehen. Ich kann mir nur vage vorstellen, was für ein Irrsinn es sein muss, sich das einigermaßen schlüssig auszudenken.

27. September 2020

Auch wenn sich das Leben wieder einigermaßen normal anfühlt, habe ich den Eindruck, als hätte sich durch Corona eine kollektive Depression über die Erde gelegt. Ich wünsche mir, dass das wieder weggeht, aber ich kann es mir nicht vorstellen.

28. September 2020

Wenn dich jemand unfair behandelt, ist eine typische Reaktion, den anderen auch unfair zu behandeln. Heute habe ich mal was anderes probiert und den anderen darauf hingewiesen, dass ich sein Handeln unfair finde, woraufhin er seine unfaire Handlung rückgängig gemacht hat.

29. September 2020

Wenn ich zu wenig zu tun habe, langweile ich mich und bekomme wenig gebacken. Wenn ich zu viel zu tun habe, lähmt es mich und ich bekomme wenig gebacken. Ich bräuchte immer das perfekte Maß an Forderung, gerade am Sweetspot meiner Leistungsfähigkeit.

30. September 2020

Mittlerweile hat sich wohl jeder Ami entschieden, ob er für oder gegen Trump ist. Fraglich ist nur, welche Gruppe besser ihre Ärsche hochbekommt und wählen geht. Ich befürchte ja schon wieder, dass es ausreichend Trump-Gegnern immer noch gut genug geht, dass sie es dann am 3. November doch nicht so wichtig finden. „Wird schon klappen, die Umfragen sind eindeutig und auf Twitter ist die Sache eh gelaufen.“ Und dann gewinnt dieses wütende Kleinkind doch nochmal und sie können sich weitere vier Jahre in ihrer Bubble darüber aufregen.

Wo ist das Kommentarfeld?

Habe ich abgeschaltet. Ich habe in zwei Jahren genau acht Kommentare erhalten, scheint also nicht so beliebt zu sein, die Kommentarfunktion. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass aus den Kommentaren direkt auf der Website selten ein Gespräch entsteht, da man nicht mitbekommt, wenn auf den Kommentar geantwortet wurde. Deshalb, wenn Du mir Feedback zu meinen Beiträgen geben willst (worüber ich mich sehr freue), dann schreib mir entweder eine Mail oder teile den Beitrag auf Facebook, Twitter oder sonstwo und markiere mich, damit ich das mitbekomme. Dann können wir uns dort unterhalten, wo sich Leute eben heute unterhalten. Und nicht in meinem verödeten Kommentarbereich. Danke!