1. Dezember 2020

Ich sitze den ganzen Tag vorm Rechner, von 10 bis Mitternacht. Jetzt habe ich Kopfschmerzen. Gute Nacht.

2. Dezember 2020

Jón Gnarr ist Comedian und Schauspieler und wurde 2010 zum Bürgermeister von Reykjavik gewählt, als Kandidat der von ihm gegründeten „Besten Partei“. Sein Buch „Hören Sie gut zu und wiederholen Sie!“ empfehle ich hiermit jedem, der sich fragt, wie man die Welt zu einem besseren Ort machen kann. Und Politikern auch. Jón Gnarr ist lustig und klug, zum Beispiel hier: „Der größte Haken an der Demokratie ist, dass dumme Menschen ebenso das Recht auf freie Meinungsäußerung haben wie intelligente und dass man die Dumpfbacken natürlich genauso respektvoll behandeln muss. Mit ‚Dumpfbacken‘ meine ich nicht unbedingt Leute, die ein bisschen einfach gestrickt sind, auch keine geistig Behinderten oder ähnliches. Ich rede von denen, die schlecht vorbereitet sind und es vielmehr darauf anlegen, sich selbst ins rechte Licht zu rücken, als sich um das Allgemeinwohl oder eine Problemlösung verdient zu machen. Wen wundert es da, dass die junge Generation bei solchen Versammlungen in der Regel durch Abwesenheit glänzt?“

3. Dezember 2020

Heute das erste Mal, seit ich krank war, wieder den Wecker früh gestellt. Aufgestanden, kurz auf die Couch gelegt und nochmal knapp drei Stunden geschlafen. Mein schöner Morgenrhythmus!

4. Dezember 2020

Vor gut einem Jahr habe ich meine Wohnung aufgegeben und bin nach Thailand. Wie immer fühlt sich ein Jahr ewig her an, während es gleichzeitig scheinbar verflogen ist. Das Verfliegen der Zeit finde ich immer erschreckend, während ich die Fülle an Eindrücken und Veränderungen, die ein Jahr bringen kann, ermutigend finde. So viel liegt noch vor mir!

5. Dezember 2020

Das Labor in Görlitz berechnet 150 Euro für einen Coronatest, während er in Berlin 60 Euro kostet. Ich würde gerne wissen, wer sich in Deutschland gerade eine goldene Nase verdient.

6. Dezember 2020

Ein schöner Sonntag mit stundenlangem Lesen und zwei Telefonaten mit Freunden. Das war ein echter Lichtblick in der Eintönigkeit der letzten Wochen.

7. Dezember 2020

Heute war mal wieder ein guter Arbeitstag. Früh aufgestanden, am Buch gearbeitet, danach konzentriert an einem Kundenprojekt. Und jetzt geht es früh ins Bett, damit es morgen weitergehen kann.

8. Dezember 2020

Ich fühle mich oft unter Druck, gestresst, überfordert. Gleichzeitig denke ich eigentlich, dass ich gar keinen Grund dazu habe: Ich arbeite gar nicht so viel, habe viel Freizeit, wenig Verpflichtungen. Wie geht das zusammen? Ich glaube immer mehr, dass es kein Widerspruch sein muss. Auch, wenn mein Leben von außen betrachtet recht stressfrei aussieht, so ist in meinem Kopf doch immer was los. Ständig gehen mir Gedanken durch den Kopf, eigene und fremde Erwartungen, Dinge, die schieflaufen könnten, Ideen, die ich unbedingt noch umsetzen will, Möglichkeiten, die nicht ungenutzt bleiben dürfen. Diese Menge an Gedanken ist es, die mich stresst. Kurzfristig werde ich den Stress gut los, indem ich mich auf den Moment konzentriere: Wenn ich einfach nur achtsam die Sache mache, die ich eben gerade mache, geht der Stress weg und ich merke, dass dieser eine Moment so ok ist, wie er ist.

9. Dezember 2020

Als ich vor vielleicht zwei Jahren angefangen habe, morgens an meinem Buch zu arbeiten, war es eine Hürde, eine Last. Ich war müde, hatte keine Lust. Und so betrachte ich es morgens immer noch. In den letzten Tagen aber, und in den Wochen davor, wo ich eine Pause gemacht habe, merke ich, dass mich die Arbeit am Buch mittlerweile erfüllt. Dass sie mir Struktur gibt und das gute Gefühl, als Erstes am Tag etwas Wichtiges geschafft zu haben. Das gibt dann für den Rest des Tages die Richtung vor.

10. Dezember 2020

Ich habe eine richtig gute Woche. Ich habe gute Aufgaben, nicht zu viel, nicht zu wenig, bekomme einiges geschafft. Es tut gut, wieder produktiv und voller Schaffenskraft zu sein.

11. Dezember 2020

Autor Walter Mosley sagt in einem Podcast übers Schreiben, es bestünde vor allem daraus, wieder und wieder zu überarbeiten. Er wird gefragt, wann er denn wisse, dass das Buch fertig sei. Sein Ablauf: Er liest das Buch und überarbeitet alles, was nicht funktioniert. Dann macht er das wieder und wieder. Irgendwann findet er zwar immer noch Dinge, die besser sein könnten, aber ihm fallen keine Lösungen mehr ein. Dann ist das Buch fertig. Mir gefällt dieser pragmatische Ansatz so gut, dass ich das jetzt auch so mache.

12. Dezember 2020

Vor ca. zehn Jahren habe ich in einem Coaching-Seminar den folgenden Vergleich gehört. Viele Menschen hocken vor dem Ofen und sagen: „Gib mir Wärme, dann gebe ich Dir Holz.“ Wir wollen erst sicher wissen, was für uns herumkommt, bevor wir bereit sind, etwas hineinzugeben. Aber es funktioniert andersherum: Wir geben etwas hinein, und wenn wir es gut machen, wenn wir lange genug durchhalten, wenn wir alle Ressourcen haben, die wir brauchen und auch, wenn wir ein bisschen Glück haben, kommt etwas dabei für uns heraus. Deshalb ist es auch sinnvoll, wenn das Hineingeben allein uns schon erfüllt – und nicht erst der erwartete Gewinn.

13. Dezember 2020

Ich höre Musik mit meinen neuen Super-Kopfhörern von Valco. Der Sound ist fantastisch. Ich denke daran, was für ein Wunder es eigentlich ist, dass sich ein paar Musiker hingesetzt und diese Musik gespielt haben und ich jetzt zu Hause, Monate, Jahre, Jahrzehnte später, diese Musik hören kann. Für den größten Teil der Menschheitsgeschichte gab es das nicht. Da fand Musik meist nur live statt, der Gesang am abendlichen Feuer vielleicht, und er klang sicher nicht so hervorragend wie heute, wo ich mir jederzeit die besten Musiker aller Zeiten ins Ohr holen kann.

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14. Dezember 2020

Mein Buch gefällt mir in den letzten Tagen doch ganz gut. Ich sehe zwar vieles, was noch nicht passt, habe aber Vertrauen darin, dass ich das meiste mit ein paar Bearbeitungsschleifen verbessert bekomme. Fürs nächste Buch habe ich jedenfalls  schon gelernt, viel schneller Text zu produzieren, den ich dann überarbeiten kann. Das hat bei diesem Buch zu lange gedauert.

15. Dezember 2020

Heute einem Schildbürgerstreich in Sachen Vertrieb aufgesessen: Ich lasse mir 45 Minuten lang von einem Vertriebstypen Powerpoint-Folien vorlesen, bevor er mir ganz nebenbei mitteilt, dass ihre Software jetzt statt 260 Euro im Monat 5000 Euro monatlich kostet. Was für eine Zeitverschwendung.

Wo ist das Kommentarfeld?

Habe ich abgeschaltet. Ich habe in zwei Jahren genau acht Kommentare erhalten, scheint also nicht so beliebt zu sein, die Kommentarfunktion. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass aus den Kommentaren direkt auf der Website selten ein Gespräch entsteht, da man nicht mitbekommt, wenn auf den Kommentar geantwortet wurde. Deshalb, wenn Du mir Feedback zu meinen Beiträgen geben willst (worüber ich mich sehr freue), dann schreib mir entweder eine Mail oder teile den Beitrag auf Facebook, Twitter oder sonstwo und markiere mich, damit ich das mitbekomme. Dann können wir uns dort unterhalten, wo sich Leute eben heute unterhalten. Und nicht in meinem verödeten Kommentarbereich. Danke!