1. Januar 2021

Ortsunabhängigkeit bedeutete für mich die meiste Zeit, dass ich an den exotischsten und tollsten Orten der Welt leben kann, da, wo andere Urlaub machen. Dass ich viel in Bewegung bin, wenig physischen Besitz habe und so weiter. Aber jetzt, wo coronabedingt alle möglichen Pläne ins Wasser fallen, bedeutet Ortsunabhängigkeit ja eben auch, unabhängig vom Ort zufrieden und produktiv zu sein. Ich kann auch einen kalten trüben Winter in Deutschland aushalten, ohne unglücklich zu sein.

2. Januar 2021

Ich habe zu Weihnachten ein Abo der Perspective Daily bekommen, einem Online-Magazin, das sich dem „konstruktiven Journalismus“ verschrieben hat. Hier ein toller Beitrag darüber, was wir eigentlich „verdient“ haben. Ganz gut für Situationen, in denen man quengelig ist, weil die Dinge mal wieder nicht so laufen, wie wir wollen.

3. Januar 2021

Wir lesen zusammen „Deutsche Geschichte für Dummies“ und sind bisher ca. im Jahr 900 angekommen. Jeder Trottel, der an die deutsche Rasse und die Reinheit irgendwelchen Blutes glaubt, sollte dieses Buch lesen. So wie da alle durcheinander durch Europa gerannt sind und sich permanent miteinander vermischt haben, gibt es so etwas wie eine reine Rasse nicht. Das bezieht sich übrigens auch auf Kulturen, da moderne Rechte ja schlau genug sind, das mit dem Blut wegzulassen und nur über kulturelle Unterschiede zu sprechen.

4. Januar 2021

Ich höre die letzten Folgen des Podcasts über den Fußball-Torwart Robert Enke und seine Erkrankung an der Depression. Eine traurige Geschichte, einfühlsam und facettenreich erzählt.

5. Januar 2021

In der dritten Staffel von Fargo taucht eine Holzkiste mit einem oben befestigten Kippschalter auf. Die Hauptfigur legt den Schalter um, worauf die Kiste sich öffnet, eine Hand herauskommt und den Schalter zurückschaltet. Ich bin begeistert und google danach. Und siehe da: Diverse Angebote für die „useless box“ finden sich für schmales Geld bei Aliexpress.

6. Januar 2021

Heute kam unsere Dartscheibe. Ich sagte ja schon, ich brauche ein neues Hobby. Auf dass in einem Jahr die halbe Million Pfund Preisgeld der WM in meiner Tasche landet. Das bisschen Pfeile schmeißen kann ja nicht so schwer sein.

7. Januar 2021

Es gibt Tage, da mache ich Stunden an einer technischen Sache rum und nichts klappt. Manchmal gebe ich auf und habe dann tatsächlich 0 Prozent Ergebnis. Heute mache ich weiter und schaffe es schließlich doch noch. Also hat mir der letzte Versuch, die letzte halbe Stunde, den Unterschied zwischen 0 und 100 Prozent beschert.

8. Januar 2021

Es gibt Tage, die sind einfach sehr anstrengend. Nicht unbedingt schlecht, aber so anstrengend, dass abends nichts hilft, als ihn einfach gut sein zu lassen. Morgen ist ein neuer Tag.

9. Januar 2021

Der neue Pixar-Film „Soul“ geht um zwei meiner liebsten Themen: Jazz und den Sinn des Lebens. Wenn dich nur eins davon interessiert, schaue diesen Film!

10. Januar 2021

„Nothing is as good or as bad as it seems.“ Ich kenne zwei Denkweisen von mir: erstens ein Gefühl von Grandiosität, als wäre ich der beste, klügste, erfolgreichste Mensch auf Erden. Zweitens ein Gefühl von Minderwertigkeit, als würde ich nichts hinbekommen, wäre ein kompletter Versager. Über die Jahre habe ich genau das über mich gelernt, was das Zitat meint: Ich bin nie so gut, wie ich mich in meinen grandiosen Momenten fühle, und nie so schlecht, wie ich mich in den miesen Momenten fühle. Seit ich das begriffen habe, kann ich viel zielgerichteter, kreativer und selbstbewusster arbeiten. Das Zitat stammt übrigens aus dem Buch „The Psychology of Money„.

11. Januar 2021

Heute war einer dieser Tage, an denen ich so viele verschiedene Sachen erledigt habe, dass ich abends komplett konfus und erledigt bin. Ich habe einiges geschafft, aber ich sehe nicht mehr durch, an wie vielen Fronten ich heute unterwegs war. Morgen werde ich mich als Erstes wieder sortieren und ein bisschen strukturierter arbeiten als heute.

12. Januar 2021

Vor ein paar Jahren habe ich mir eine billige E-Gitarre und das Computerspiel „Rocksmith“ mit dazugehörigem Kabel gekauft. Es funktioniert wie das Spiel „Guitar Hero“, aber mit einer echten statt einer Plastikgitarre. Das Programm fängt ganz leicht an und steigert dann die Schwierigkeit, je nachdem, wie gut man spielt. Das sah heute, nach einigen Jahren Pause, dann so aus, dass ich alle paar Sekunden einen Ton spielte und trotzdem das Gefühl hatte, tatsächlich mit den Black Keys auf einer Bühne zu stehen.

13. Januar 2021

Ich bin ja sehr dafür, dass Menschen mit gegenteiligen Ansichten miteinander reden, anstatt sich übereinander lustig zu machen, sich zu verunglimpfen und alle Argumente des anderen als Schwachsinn abzutun. Und Podcasts gehen ja gerade durch die Decke. Wie wäre es mit einem Format „Schlafschaf und Schwurbler – ein Gespräch“? Würde ich mir anhören.

14. Januar 2021

Heute bei Tim Ferriss dieses Zitat von Paulo Coelho gelesen: „The world is changed by your example, not by your opinion.“ Finde ich auch. Wie oft habe ich schon Leute die tollsten Reden schwingen hören, die sich dann wie die größten Arschlöcher verhalten haben. Und umgekehrt.

15. Januar 2021

Heute war ein ganz normaler Tag, aber irgendwie auch ein richtig guter. Ich habe einfach super produktiv gearbeitet, zwischendurch schön Pause gemacht, abends Dart gespielt und Netflix geschaut. Und draußen liegt dick der Schnee.

Wo ist das Kommentarfeld?

Habe ich abgeschaltet. Ich habe in zwei Jahren genau acht Kommentare erhalten, scheint also nicht so beliebt zu sein, die Kommentarfunktion. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass aus den Kommentaren direkt auf der Website selten ein Gespräch entsteht, da man nicht mitbekommt, wenn auf den Kommentar geantwortet wurde. Deshalb, wenn Du mir Feedback zu meinen Beiträgen geben willst (worüber ich mich sehr freue), dann schreib mir entweder eine Mail oder teile den Beitrag auf Facebook, Twitter oder sonstwo und markiere mich, damit ich das mitbekomme. Dann können wir uns dort unterhalten, wo sich Leute eben heute unterhalten. Und nicht in meinem verödeten Kommentarbereich. Danke!