1. März 2021

Sehr guter Beitrag heute auf Perspective Daily darüber, warum wir nie Zeit haben und was wir dagegen tun können. Ich habe an einigen Stellen gemerkt, dass ich genau das auch mache. Ein Grund für unseren Zeitmangel ist die Menge an Möglichkeiten, die wir haben. Eine Entscheidung für eine Sache ist eine Entscheidung gegen viele andere. Um alles machen zu können, bräuchten wir unendlich Zeit. Das sehe ich bei mir zum Beispiel an ungelesene Büchern, ungehörter Musik und ungesehenen Serien auf Netflix, aber auch an nicht umgesetzten Geschäftsideen und halb angefangenen Projekten. Anstatt mich an jeder einzelnen Möglichkeit zu freuen, die ich wahrnehme, stressen mich die anderen, ungenutzten Möglichkeiten (Wenn es schiefläuft. Ich bekomme es immer besser hin, mich nicht zu stressen.)

Die Momentaufnahmen als Podcast hören

2. März 2021

Am Freitag fahre ich für ein paar Tage nach Berlin. Ich freue mich auf ein bisschen Abwechslung, und schon fühlt sich die ganze Woche besonders an. Ein Mini-Urlaub in der alten Heimat.

3. März 2021

Ich will heute etwas gestehen, was mir nicht nur unangenehm ist, sondern wofür ich mich richtiggehend schäme. Wenn ich davon höre, dass Menschen in meinem Umfeld, sogar Freunde oder gute Bekannte, erfolgreich mit etwas sind, zum Beispiel viel Geld verdienen, dann fühle ich zuerst zwei Dinge: Neid und Minderwertigkeit. Viel lieber würde ich mich für sie freuen und mir abschauen, wie sie das geschafft haben. Aber stattdessen beschäftigt mich im ersten Moment nur, was sie von mir unterscheidet, der das nicht hat. Und dass ich das nie haben werde. Und es kotzt mich an, dass ich noch immer so denke, weil ich rational schon längst verstanden habe, dass diese Gedanken nichts bringen. Ich will diesen Gefühlen keinen Raum zur Entfaltung geben, aber ich will auch nicht verleugnen, dass sie da sind. Wenn Du Hinweise hast, wie ich mit solchen Gefühlen umgehen kann, dann her damit.

4. März 2021

Wir schauen die Dokumentation über Billie Eilishs verrückten Aufstieg zum Pop-Superstar mit 17, mit einem von ihr und ihrem Bruder im Schlafzimmer produzierten Album. Es ist bemerkenswert, wie sich solches Talent bei ihr und ihrem Bruder entwickeln konnte. Ich glaube, weil sie von ihren Eltern allen Freiraum und viel Unterstützung und Inspiration bekommen haben. Und weil sie nicht jahrelang gezwungen waren, allen möglichen Quatsch zu lernen, der sie nicht interessiert. Die beiden sind nie zur Schule gegangen (das geht in den USA). Ohne diese tollen Eltern wäre das sicher unwahrscheinlicher gewesen. Es geht mir so ähnlich wie bei der Einschulung meines Patenkinds damals auf der Montessori-Schule, wo ich auch dachte, wie toll ist das denn, und wie toll wäre es, wenn jedes Kind diese Förderung erfahren dürfte?

5. März 2021

Und dann fühlt es sich ganz unspektakulär an: die erste Version meines Buches an ein paar Leute zu schicken. Jetzt bin ich gespannt auf die Rückmeldungen und darauf, was noch an Arbeit auf mich zukommt.

6. März 2021

Ich sitze im leeren Bata, räume rum, arbeite ein bisschen. Ich betrachte die Dielen, die wir damals neu verlegt haben, und die heute schon ganz schön abgewetzt aussehen. Kaum zu glauben, dass es schon wieder fast sieben Jahre her sein soll, dass wir das hier alles gebaut haben.

7. März 2021

Ich bekomme erstes Feedback auf mein Buch, das ich ein paar Leuten zu lesen gegeben habe. Das Feedback ist besser, als ich es mir erträumt hatte. Wenn ich im ersten Versuch (mit viel Feinarbeit, zugegeben) schon so ein Feedback bekomme, dann lohnt es sich, mit dem Schreiben weiterzumachen. Ich bin super glücklich gerade.

8. März 2021

Viele Grüße an Holidave (er weiß dann schon warum)!

9. März 2021

Ich fahre aus der Großstadt zurück in meine Kleinstadt und freue mich darauf. Ich dachte immer, ich bräuchte die große Stadt. Aber woher sollte ich das wissen, wenn ich noch nie etwas anderes probiert hatte?

10. März 2021

Meine ersten Erledigungen mit dem neuen Fahrrad in Görlitz. Ich könnte glücklicher nicht sein. Sause durch die Straßen. Endlich wieder auf zwei Rädern unterwegs. Mir war nie so klar, wie wichtig mir das Fahrradfahren ist.

11. März 2021

Die frühen Jahre von Matthew McConaugheys Karriere hören sich an wie der feuchte Lebenstraum jedes jungen Mannes. Nach seinen ersten Filmen hatte er die Taschen voller Geld, kaufte sich einen Wohnwagen und fuhr mit seinem Hund kreuz und quer über den amerikanischen Kontinent. Wenn er wieder einen Film machte, fuhr er einfach an den Drehort und campte in der Nähe, zum Beispiel auf einem Indianerreservat, deren Hausherren ihn sogar vor einem Paparazzo schützten.

12. März 2021

Ich beschäftige mich gerade ernsthaft mit der Frage, wie ich mein Buch veröffentlichen werde. So langsam fühlt es sich legitim an, dass ich mich Schriftsteller nennen kann. Das ist ziemlich fucking cool.

13. März 2021

Online-Winterkonferenz des Citizen Circle. Eine Menge inspirierender Input, mein Gehirn sprudelt, quillt über vor Ideen und Anregungen, wie ich an meinen Projekten weiterarbeiten kann. Und es ist schön, ein paar vertraute und liebgewonnene Gesichter wiederzusehen, wenn auch nur auf der matten Scheibe.

14. März 2021

Gestern habe ich bei der virtuellen Konferenz des CC ein Interview mit Günther Faltin gesehen. Eine Aussage von ihm geht mir nicht aus dem Kopf: Er kann im Sitzen nicht denken. Hat sechs Stehpulte zu Hause und empfiehlt Spaziergänge zum Nachdenken. Mir geht es auch so, dass ich oft am Wochenende die besten Ideen habe, wenn ich eben nicht am Schreibtisch sitze. Blöd nur, dass die Umsetzung meiner Ideen meist mit am Schreibtisch bzw. Rechner sitzen zu tun hat. Vielleicht kann ich es mir zur Aufgabe machen, so viel wie möglich nicht am Schreibtisch zu tun. Das würde es dann vielleicht auch erleichtern, mehr sitzende Bildschirmtätigkeiten an andere abzugeben. Und auch ein Stehpult anzuschaffen.

15. März 2021

Gespräch mit meinem Schreibcoach Rainer über die Frage, ob ich mir einen Verlag suche oder gleich auf Self-Publishing setze. Mein Bauch neigte eh schon Richtung Self-Publishing, nach dem Gespräch bin ich vollends überzeugt: Ich mache es selbst! Ruhm und Ehre müsste heutzutage auch im Self-Publishing drin sein, das, was ein Verlag für mich als Neuling machen würde, kann ich eh selbst, und ich verdiene mehr an meiner Arbeit.

Wo ist das Kommentarfeld?

Habe ich abgeschaltet. Ich habe in zwei Jahren genau acht Kommentare erhalten, scheint also nicht so beliebt zu sein, die Kommentarfunktion. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass aus den Kommentaren direkt auf der Website selten ein Gespräch entsteht, da man nicht mitbekommt, wenn auf den Kommentar geantwortet wurde. Deshalb, wenn Du mir Feedback zu meinen Beiträgen geben willst (worüber ich mich sehr freue), dann schreib mir entweder eine Mail oder teile den Beitrag auf Facebook, Twitter oder sonstwo und markiere mich, damit ich das mitbekomme. Dann können wir uns dort unterhalten, wo sich Leute eben heute unterhalten. Und nicht in meinem verödeten Kommentarbereich. Danke!