1. April 2021

Ich kriege ordentlich Lob für mein Buch, wir fantasieren über Fortsetzungen und Filmrechte. Der erste Schritt ist getan, das Buch ist fast fertig und es gefällt meinen ersten Testlesern. Jetzt muss ich noch Teil 2 gut hinbekommen, nämlich dem Buch die Aufmerksamkeit verschaffen, die es verdient. Und dann geht’s ab.

Die Momentaufnahmen als Podcast hören

2. April 2021

Es ist Feiertag, ich bin allein zu Hause und die Welt steht still. Ich arbeite den ganzen Tag, bin fokussiert, gehe zwischendurch spazieren. Ein wunderbarer Tag mit mir selbst.

3. April 2021

Die Landskron-Brauerei in Görlitz ist ein alte Industrieanlage aus rotem Backstein. Sie liegt am Waldrand, direkt an der Neiße. Vom Ufer sieht die Brauerei so verwunschen aus, dass ich mich immer wie in einem Steampunk-Spiel fühle, wenn ich daran vorbeigehe. Ich warte nur darauf, dass ein verrückter Wissenschaftler mit Fliegerbrille auf einem zischenden und dampfenden Roboterpferd aus der Fabrik geritten kommt.

4. April 2021

Was ist es eigentlich an uns, dass uns angesichts etwas Neuem sagen lässt: „Das wäre ja nichts für mich“ oder „Ich könnte das ja nicht“, anstatt zu sagen: „Das probiere ich mal aus.“

5. April 2021

Jeder, der sich mit der Frage beschäftigt, ob der Mensch nun gut oder schlecht ist und wie wir uns als Gesellschaft gut organisieren können, jeder Unternehmer und jeder Schriftsteller (denn auch hier geht es um gut und böse) sollte „Im Grunde gut“ von Rutger Bregmann lesen. Jeder!

6. April 2021

Mir gefällt, dass ich in der Selbständigkeit selbst entscheide, wann ich arbeite. Am Freitag und Samstag über Ostern habe ich den ganzen Tag gearbeitet. Dafür habe ich heute, Dienstag, freigemacht. Die „normalen“ Arbeitszeiten sind auch nur von Menschen gemacht.

7. April 2021

Wir sitzen über sieben Stunden im Zug, doch diese vergehen wie im Flug. Wenn man seine Arbeit dabei hat – das Internet ist sogar gut unterwegs – ist es sogar von Vorteil, dass die Zeit beim Arbeiten so schnell verfliegt. Die Zugfahrt ist kurzweilig, und wir bekommen sogar noch was geschafft.

8. April 2021

Mir geht es gerade richtig gut. Irgendwie mache ich so viele gute Sachen, Dinge werden fertig, fügen sich. Ich habe viel vor, kann mir Größeres vorstellen, habe Bock auf alles Mögliche. Das ist jetzt ein bisschen allgemein gehalten, aber so fühlt es sich halt an.

9. April 2021

Ich wiederhole mich, aber was soll ich sagen: Ich habe das Gefühl, dass gerade viele gute Sachen passieren. Die nächsten Monate werden arbeitsam, produktiv und aufregend, gesellig und inspirierend, und lukrativ hoffentlich auch. Ich bin guter Dinge für den Rest des Jahres.

10. April 2021

Der erste Impuls, wenn es mir schlecht geht, ist zu denken, ich hätte von irgendetwas nicht genug. Wäre am falschen Ort, mit den falschen Menschen, in der falschen Zeit, im falschen Leben. Also ein Mangel. Wenn es uns schlecht geht, ist unsere Medizin, von irgendetwas mehr haben zu wollen. Aber es ist nie genug. Vielleicht müssen wir, die im materiellen, medialen und kognitiven Überfluss leben genau anders reagieren: reduzieren, wenn es uns schlecht geht. An dem Ort bleiben, mit den Menschen bleiben, Gegenstände abgeben, geistigen Input reduzieren. PS: Das war meine 1000. Momentaufnahme.

11. April 2021

Ich habe mich in den letzten Monaten, vor allem wegen meiner Lektüre der Perspective Daily und des Buches der Gründerin („Schluss mit dem täglichen Weltuntergang„), mit der negativen Grundhaltung des Journalismus beschäftigt. Man versteht es als Verpflichtung, Dinge kritisch zu sehen, den Großen als „vierte Gewalt“ auf die Finger zu schauen. Das führt dann oft dazu, dass nichts Gutes an grundsätzlich guten Dingen gesehen wird, sondern immer nur das, was besser sein könnte. Ich bin ein großer Fan des Pareto-Prinzips: Dinge erst einmal zu 80 % fertig oder gut zu machen (mit 20 % des Aufwands). Das kollidiert natürlich total mit der oben erwähnten negativen Grundhaltung im Journalismus. Da geht es nämlich darum, immer die fehlenden 20 % zu kritisieren. Das hat in der Politik z. B. zwei ganz konkrete Folgen: 1. Es gibt wenig Dynamik, weil alle Angst haben, etwas falsch zu machen. 2. Wir verlieren das Vertrauen in die Politik, weil wir immer nur erzählt bekommen, was alles falsch läuft.

12. April 2021

Ich lese „Arbeit“ von Thorsten Nagelschmidt, ein episodenhafter Roman, der Menschen in Berlin porträtiert, die hart arbeiten: ein Drogendealer, ein Taxifahrer, eine Spät-Betreiberin. Und Mann, er schreibt so gut. Jede Figur hat ihre eigene Stimme. Ich denke die ganze Zeit, dass sich die Menschen genau so fühlen, wie er es beschreibt. Ich versuche, davon inspiriert zu sein, statt neidisch.

13. April 2021

Heute war alles ganz schön anstrengend. Aber am Ende dann doch gut.

14. April 2021

Ich freue mich auf die nächsten Wochen und Monate. Es passieren ein paar coole Dinge!

15. April 2021

Ich lese zum zweiten Mal „Die Säulen der Erde„. Das erste Mal muss so 25 Jahre her sein. Ich will wissen, ob es mich noch genau fesselt wie als Teenager, als ich das Gefühl hatte, mit den Figuren zu leben. Oder ob ich auch in diesem Fall einem Buch meiner Jugend entwachsen bin.

Wo ist das Kommentarfeld?

Habe ich abgeschaltet. Ich habe in zwei Jahren genau acht Kommentare erhalten, scheint also nicht so beliebt zu sein, die Kommentarfunktion. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass aus den Kommentaren direkt auf der Website selten ein Gespräch entsteht, da man nicht mitbekommt, wenn auf den Kommentar geantwortet wurde. Deshalb, wenn Du mir Feedback zu meinen Beiträgen geben willst (worüber ich mich sehr freue), dann schreib mir entweder eine Mail oder teile den Beitrag auf Facebook, Twitter oder sonstwo und markiere mich, damit ich das mitbekomme. Dann können wir uns dort unterhalten, wo sich Leute eben heute unterhalten. Und nicht in meinem verödeten Kommentarbereich. Danke!