16. Juni 2021

Bis Ende August habe ich die Hucke voller Arbeit. Bzw. will ich bis dahin einiges fertig bekommen. Heute mache ich es gut, arbeite am Buch und einige Stunden an einem Kundenprojekt. Fokus, Unwichtiges weglassen und mich gut um mein Wohlbefinden kümmern, das will ich zum Rezept der nächsten Wochen machen.

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17. Juni 2021

Polen war eine fantastische Auszeit. Umso schwerer fällt mir jetzt der Alltag. Ich bin gereizt. Aber zum Glück habe ich mittlerweile gelernt, auch ohne gute Laune die wichtigen Dinge zu erledigen.

18. Juni 2021

Ich habe mit meinem Zeitplan für die Veröffentlichung meines Buches ganz schön getrödelt. Jetzt sind es nur noch gut zwei Monate bis zu meinem geplanten Datum. Aber vielleicht ist es auch ganz gut, jetzt ein bisschen Druck und eine Deadline zu haben. Man braucht ja immer so viel Zeit für eine Aufgabe, wie man hat.

19. Juni 2021

Wenn etwas sehr unangenehm ist, wie aktuell zum Beispiel die Hitze, denke ich schnell, dass nur diese eine Sache besser werden soll und mein Leben ist perfekt. Beim Kranksein ist das beispielsweise auch so. Dummerweise erinnere ich mich oft nicht mehr daran, wenn die Quelle der Unannehmlichkeiten weg ist. Da müsste man eigentlich die ganze Zeit frohlocken.

20. Juni 2021

Wir sitzen im Biergarten vom Zollpackhof am Berliner Hauptbahnhof. Es ist schön, mal wieder mit anderen Menschen zusammenzusitzen und ihre Gesichter zu sehen. In Bussen und Bahnen sehen wir seit Monaten doch immer nur ein weiteres Paar Augen mit Maske, so wie uns selbst im Spiegel.

21. Juni 2021

Aus einem Text in der ZEIT, in dem ich mich erstaunlich gut wiederfinde: „Die 40-Jährigen stehen also nicht nur jahrgangsmäßig zwischen den Millennials und der Generation X, zwischen Fridays for Future und den Babyboomern. Sie standen schon immer überall dazwischen. Sie sind zu alt, um Digital Natives zu sein, und zu jung, um digitale Analphabeten zu bleiben. Zu alt, um als ewige Praktikanten ihre Arbeitskraft verschleudern zu müssen. Aber nicht so alt, dass sie je geglaubt hätten, ihre Rente sei sicher. Sie sind keine Mimosen, die hinter jedem falschen Wort eine Mikroaggression vermuten, aber auch keine alten weißen Frauen oder Männer.“

22. Juni 2021

2021 in Deutschland: Wenn man Bundesland-übergreifend seinen Betrieb verlegt, kann die Akte des Finanzamts nicht digital übermittelt werden, sondern wird komplett ausgedruckt, zum neuen Finanzamt geschickt und da dann wieder ins System getackert. So die Auskunft einer Mitarbeiterin des Finanzamts. Wenn man sich sowas ausdenken würde, wäre es vielleicht witzig.

23. Juni 2021

Wie nennt man provinzielle Deutschland-Fans? Schland-Pomeranze.

24. Juni 2021

Wow. Was ein Tag. Ich habe die Hucke voll mit Arbeit, aber es den ganzen Tag nicht geschafft, mich aufzuraffen. Aber so ist das eben manchmal. Morgen neu.

25. Juni 2021

Eine durchwachsene Arbeitswoche geht zu Ende. Ich hatte mehr vor, als ich geschafft habe. Aber so ist das manchmal. Dafür war ich dreimal diese Woche beim CrossFit, habe an meinem Buch weitergearbeitet und etwas mehr Klarheit über die Planung der nächsten Monate gewonnen. Ich habe immerhin nicht nichts geschafft. Langfristig spielt diese Woche keine Rolle mehr.

26. Juni 2021

Die zweite Tageshälfte verbringe ich auf der Couch, fast, ohne mich zu bewegen.

27. Juni 2021

Wir sitzen an einem ehemaligen Steinbruch in den Königsteiner Bergen. In der Wanderapp heißt der Ort „Nirwana“. Der Mensch hat sich hier Jahrzehnte durch die Felsen gefressen. Überall im Wald finden sich Spuren davon: alte Gemäuer, Schienen der Transportbahnen und eben die tiefen Gräben im Felsen, die mittlerweile mit Wasser geflutet wurden und deren Ränder langsam von Birken und anderem Kraut erobert werden. Es ist still, zumindest fühlt es sich still an. Still im Sinne von: keine menschlichen Geräusche. Keine Stimmen, keine Autos, keine Motorsägen. Nur das Rauschen des Windes in den Blättern und das Singen der Vögel.

28. Juni 2021

Ich glaube, es gibt keine größere Zumutung für Görlitzer Autofahrer, als drei Sekunden hinter einem Fahrrad herzufahren, weil die Stelle zu schmal zum Überholen ist. Jedenfalls brettern sie danach immer demonstrativ an mir vorbei, als hätten sie zwei Stunden im Stau gestanden.

29. Juni 2021

Ich glaube mittlerweile, dass Erwartungen der Schlüssel zum Unglück sind. Ohne Erwartungen gibt es auch keine Enttäuschungen mehr. Und man hat den Kopf frei, für gute Ergebnisse zu sorgen.

30. Juni 2021

Ich hab jetzt auch ne Fitbit und bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich das gut finde. Es fasziniert mich, meine Wanderungen, Fahrradstrecken und CrossFit-Workouts zu tracken, weil ich Daten mag, und ich bin auf den schlauen Wecker gespannt, der mich immer dann wecken soll, wenn ich eh schon halb wach bin. Aber gleichzeitig habe ich ein wenig Sorge, ein weiteres Stück Technik permanent an mir dran zu haben.