16. September 2021

Meine erste mittelmäßige Bewertung auf Amazon. Ich kann die Kritikpunkte nachvollziehen, hatte selbst schon ähnliche Gedanken. Trotzdem verfliegt der Rausch der letzten Wochen, in denen ich außer Lob nicht viel gehört habe. Unterm Strich denke ich: Schon ziemlich gut, aber es gibt noch viel zu lernen.

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17. September 2021

Schon wieder so ein merkwürdiges Einkaufsstraßenerlebnis. Die Altstadt von Freiburg ist eigentlich schön, aber der Großteil ist voll mit Läden, in denen man all den Scheiß kaufen kann, für den ich mich nicht mehr interessiere. Ich finde es extrem anstrengend dort, ich gehöre dort einfach nicht mehr hin.

18. September 2021

Meine zweite Mehr-Etappen-Wanderung dieses Jahr, jetzt im Schwarzwald. Die Landschaft ist super schön, wir laufen 27 Kilometer und kehren abends erschöpft, aber happy in unserer Unterkunft ein.

19. September 2021

Ich glaube, ich habe eine gute Intuition, wie Menschen sich fühlen. Vielleicht haben wir die auch alle, es geht also nicht darum, dass ich hier besonders wäre. Ich will mich nur immer mehr darin üben, dieser Intuition zu vertrauen und danach zu handeln. Weniger den Zweifeln stattgeben, dass meine Intuition falsch liegt, dass ich mir etwas einbilde.

20. September 2021

Ein Trick bei Amazon ist es, sein Buch in mindestens einer Kategorie listen zu lassen, die nicht zu umkämpft ist, um möglichst schnell den Bestseller-Status zu erhalten. Heute ist es so weit: Die Taschenbuch-Ausgabe von 2040 steht auf Platz 1 der Kategorie „Thriller über organisiertes Verbrechen“. Das ist zwar nicht das Hauptthema, aber hey, passt schon. Außerdem würde mein Neuköllner Obermotz Mahmud Al-Farsi schon darauf bestehen, dass es im Buch um organisiertes Verbrechen geht…

21. September 2021

Mutter und Sohn laufen am Bahnsteig an mir vorbei. Die Mutter sagt: „Weißt ja, weiße Linie.“ Sie meint die Linie, die den Sicherheitsabstand zur Bahnsteigkante markiert. Direkt danach beobachte ich den Jungen, wie er sich bei jedem Schritt zentimeterweise näher an die Linie herantastet, bis er es schließlich wagt und einen Fuß über die Linie setzt. Grenzen austesten lernen, in freier Wildbahn beobachtet.

22. September 2021

Furchtbar hartes Workout beim CrossFit. Danach fühle ich mich fantastisch. Das hat CrossFit mit dem Schreiben gemein: Währenddessen ist es oft eine Qual, aber danach fühlt man sich grandios.

23. September 2021

Eine Million Dinge auf meiner To-do-Liste. Ich räume sie weg wie ein Bulldozer, mit der groben Kelle. Manches fällt hinten runter, manches bekommt ’ne Delle. Aber Hauptsache, es ist aus dem Weg.

24. September 2021

Zelte abbrechen, Wohnung entrümpeln, Sachen loswerden ist immer echt anstrengend, aber macht auch total Lust auf was Neues. Nur noch ein paar Tage überstehen, dann kann ich erst mal durchatmen.

25. September 2021

Küche und Waschmaschine sind weg, manche Möbel schon verkauft. In fünf Tagen bin ich wieder voll ortsunabhängig. Und dass, während alles Mögliche andere auch gerade in voller Fahrt ist.

26. September 2021

Ich schaue auf das Wahlergebnis in Görlitz und wiederhole mantraartig: 32 Prozent heißt, dass zwei Drittel sie nicht gewählt haben. 32 Prozent heißt, dass zwei Drittel sie nicht gewählt haben. 32 Prozent heißt …

27. September 2021

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Die beiden für mich wichtigsten Neuentdeckungen der letzten Monate und wahrscheinlich auch schon Jahre sind: die Wahrheit sagen und keine Erwartungen haben. Je mehr ich das mache, desto besser entwickeln sich Dinge und desto mehr neue, gute Erfahrungen mache ich. Ich bin total neugierig, wohin mich das noch führt. Ich habe jedenfalls jetzt schon das Gefühl, dass ich weniger Sorgen und Ängste habe.

28. September 2021

Auf dem Müllhof, Gerümpel abgeben. Vor uns steht der Direktkandidat der CDU im Wahlkreis Görlitz und entsorgt Wahlkampfflyer. Er sieht leicht geknickt aus. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich ein Kreuz bei der CDU gemacht, Erststimme, um den AfD-Typen zu verhindern. Hat nicht geklappt. Ich sage ihm, dass ich ihn gewählt habe und schade, dass es nicht geklappt hat. Ein paar nette Worte sind besser als nichts.

29. September 2021

Die letzte Nacht in der Görlitzer Wohnung. Wieder gebe ich ein Zuhause auf – freiwillig. Viele Menschen machen es nicht aus freien Stücken, für sie bedeutet es Flucht, Vertreibung, Gefahr. Was für ein unglaubliches Privileg ich habe.

30. September 2021

Die Möbel in Berlin, die Wohnung in Görlitz übergeben – der gedankliche Stress der letzten Wochen war größer als der eigentliche Stress des Auszugs. Alles hat gut geklappt. Aber trotzdem fühlt sich gerade alles furchtbar chaotisch an. Ich brauche erst mal ein paar Tage, um zur Ruhe zu kommen.