16. Oktober 2021

Nach eineinhalb Stunden klingelt der Wecker. Halb besoffen rapple ich mich auf. In diesem Zustand zu einem Autorentreffen ist irgendwie stilecht.

Die Momentaufnahmen als Podcast hören

17. Oktober 2021

Nach zwei durchfeierten Nächten wieder nur 5 Stunden Schlaf. Aber es geht mir gut, ich bin erstaunlich fit. Trotzdem heute früh ins Bett. Herrlich.

18. Oktober 2021

Ich verlasse Münster mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil ich ne Bombenzeit hatte. Weinend, weil ich auch noch länger hätte bleiben können. I’ll be back.

19. Oktober 2021

Und dann rappt ein abgerissener Typ in der U-Bahn und ich mag Berlin wieder.

20. Oktober 2021

Mein Buch und ich dick in der Sächsischen Zeitung in einem Bericht über Bücher, die in Görlitz entstanden sind. Mein erster Pressebericht, yeah!

21. Oktober 2021

Ich kann es immer noch nicht fassen: Ich fahre für 4 Euro im Bus von Berlin nach Hamburg. Das ist fast billiger als meine T-Shirts von Primark.

22. Oktober 2021

Gestern Abend haben wir über Träume geredet. Mir fiel mein Alptraum von der Nacht zuvor ein, in dem ich in einem voll besetzten Flugzeug abstürze. Mitten in ein Wohngebiet in Steglitz (da komme ich her). Ich war sicher, jetzt sterben zu müssen. Ich war erstaunlich ruhig, habe mein Schicksal akzeptiert. Der Abstand zwischen der Erkenntnis, dass das Flugzeug abstürzen würde, und dem tatsächlichen Absturz war sehr kurz. Mein letzter Gedanke war, dass ich mich noch von allen verabschieden wollte. Und so schickte ich im Traum eine Art Stoßgebet an alle, die mir wichtig sind: „Ich liebe euch alle.“ Dann bin ich aufgewacht.

23. Oktober 2021

Ich habe immer wieder mal den Gedanken, dass ich meine Jugend verschwendet habe. Ich weiß, dass das ein unnützer Gedanke ist, aber er ist halt manchmal da. Und dann frage ich mich, ob ich gerade auch meine Zeit verschwende. Ich wünschte mir, ich könnte die Zeit einfach mal anhalten, um zur Ruhe zu kommen.

24. Oktober 2021

Viele Orte in Berlin sind mir zu voll und zu nervig. Den Mauerpark zähle ich normalerweise dazu. Heute laufe ich mit meiner Mutter eine Runde und stelle fest, dass es mir echt gefällt. Vielleicht brauchte ich zwei Jahre Abstand, um Berlin wieder mögen zu können.

25. Oktober 2021

Unser Vater hat sich immer eine Beerdigung wie in New Orleans gewünscht, mit einer Brass Band im Trauerzug. Die hatten wir dann zumindest auf der Trauerkarte als Foto. Heute komme ich nachts an einem Bestatter vorbei, der tatsächlich eine „Jazz-Bestattung“ anbietet. Das hätte Papa gefallen.

26. Oktober 2021

Mein aktuelles Lieblingsthema: die Wahrheit sagen. Das ist nicht nur geil, sondern auch mit viel Stress, Angst und Zweifeln behaftet. War das jetzt richtig? Was ist, wenn ich doof dastehe? Verlacht werde oder sogar verachtet? Umso schöner, wenn es, wie heute, wieder einmal belohnt wird.

27. Oktober 2021

Am Hauptbahnhof stolpert ein völlig weggeschossener Typ der Busfahrerin vors Fahrzeug. „Mann, blick doch mal was“, brüllt sie aus dem Fenster. Aber das ist es ja genau, was der Mann mit seinem Konsum vermeiden will.

28. Oktober 2021

Wir sind alle immer so busy. Hetzen von A nach B, checken Mails auf dem Klo, schauen Netflix im Fahrstuhl. Sogar der coolste Spion der Welt ist gestresst und hat „Keine Zeit zu sterben“.

29. Oktober 2021

Auf der Tafel der Pizzeria steht als Dessert „Crem Bulle“. Noch ein E mehr und man hätte einen geschmeidigen Polizisten.

30. Oktober 2021

Und schon wieder schleppe ich mich durch den Tag, weil ich gestern lange feiern war. Das schlaucht ganz schön, brauche eine Pause. Aber jetzt sind auch erst mal alle Partys vorbei.

31. Oktober 2021

Bei Dark Matter, einem Kunstprojekt aus Licht, Bewegung und Sound. Die Installationen wirken wie Lebewesen, obwohl es doch nur Technik ist. Richtig tolles Erlebnis!