1. Januar 2022

Das neue Jahr geht gut los. Am Nachmittag merke ich, dass ich die Zündung meines Rollers angelassen habe, Saft weg. Zum Glück gibt es nebenan einen belgischen Rentner mit kompletter Autowerkstatt und 12 Oldtimern, der mir die Batterie ausbaut, auflädt und wieder einbaut. Einfach so, weil er das gerne macht.

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2. Januar 2022

Mein erster Tag im neuen Appartement, direkt an einer viel befahrenen Straße. Es ist laut. Sehr laut. Ich könnte mich nun meinem Ärger hingeben, dass ich so doof war, darauf nicht zu achten. Stattdessen versuche ich, es zu akzeptieren und mir für die Zukunft zu merken: Ruhe ist mir wichtig. Das war mir bisher nicht so deutlich klar.

3. Januar 2022

Es ist kein großes Geheimnis, dass man wächst, wenn man sich Herausforderungen stellt. Je größer die Herausforderung, desto größer auch die Anstrengung, der Schmerz, sich dem Ungewohnten zu stellen. Davon hatte ich in den letzten Wochen und Monaten viel. Aber langsam werde ich auch belohnt für meine Bemühungen, sehe, wie ich gewachsen und erfüllter bin als vorher.

4. Januar 2022

Auch wenn der Laden schon lange profitabel läuft, haben wir kürzlich mit dem Bata einen Meilenstein erreicht: Wir haben die letzte Kreditrate abbezahlt. Gehört jetzt alles uns. Das fühlt sich sehr gut an und war gerade in den ersten Jahren nicht so sicher, wie es sich jetzt anfühlt.

5. Januar 2022

Was mich seit Wochen verrückt macht: Man kann auf Instagram Hashtags nicht entfolgen, die einen Umlaut enthalten. Ich wollte meinen Feed bereinigen und das ging nicht. Support gibt es natürlich keinen bei Instagram. Heute kam mir die rettende Idee: Im Browser geht es.

6. Januar 2022

Morgens keinen Bock, den Tag anzufangen. Mich dann daran erinnert, dass ich mehr Bock statt Druck in meinem Leben haben will. Also habe ich es heute ruhig angehen lassen und dann am Ende doch meine Pflichten erfüllt – aber mit Bock.

7. Januar 2022

Letztens mit Andy und Edna darüber gesprochen, dass ich für meinen Geschmack zu viel Zeit am Handy vertrödle. Gemeinsam haben wir überlegt, womit ich diese Zeiten ersetzen könnte. Heute kam mir eine Idee, wie ich die vertrödelte Zeit am Handy wenigstens besser nutzen könnte: Mir interessante, lehrreiche Youtube-Videos anzuschauen, anstatt auf Instagram Quatsch zu konsumieren.

8. Januar 2022

In „Don’t look up“, dem neuen Film mit Leo DiCaprio auf Netflix, entdecken ein paar Astronomen einen Meteoriten, der in sechs Monaten die Erde zerstören wird – und keiner glaubt ihnen. Der Film nimmt unsere Gesellschaft auf so vielen Ebenen aufs Korn, es ist eine Freude. Unbedingt anschauen!

9. Januar 2022

Ich liebe es, meine Morgen ruhig zu beginnen. Aufstehen, dehnen, Kaffee trinken, lesen, schreiben. Ohne Verbindung zur Außenwelt. Ich bin dann ganz ruhig und gleichzeitig sehr wach, motiviert, voller Ideen, inspiriert. Das ist für mich der beste Start in den Tag.

10. Januar 2022

Ich wache übellaunig auf, quäle mich irgendwann aus dem Bett und fange meine Morgenroutine an. Am Ende kommen die Morgenseiten, 500 Wörter ununterbrochen aufschreiben, was im Kopf ist. Danach bin ich wieder inspiriert, wo ich eben noch trübselig und mies gelaunt war. Ich muss mich immer daran erinnern: Schreiben, schreiben, schreiben.

11. Januar 2022

Ich weiß noch, wie absurd es uns früher vorkam, dass Leute einen Fernseher in der Küche hatten. Heute tragen wir alle eine mobile Mattscheibe mit uns rum, einen „Black Mirror“, der uns alles vergessen lässt, was um uns herum passiert, sobald wir hineinschauen.

12. Januar 2022

Heute Morgen habe ich wenig Zeit. Trotzdem setze ich mich an meine Morgenseiten, anstatt die knappe Zeit als Ausrede zu nehmen, sie heute einmal wegzulassen. Ein gutes Zeichen, dass sie mir zur wichtigen Gewohnheit geworden sind.

13. Januar 2022

Heute habe ich nichts zu erzählen. War ein müder Tag heute, aber alles ganz okay so weit.

14. Januar 2022

Was sagt der unfähige Anwalt? „Ich kann nicht klagen.“

15. Januar 2022

Übers Wochenende in einem fancy Bungalow im Dschungel in den Hügeln von Chiang Mai. Es ist schön, einfach mal wieder zusammen rumzuhängen und nichts zu machen.