1. November 2022

Ich bin in Woche 4 des Wegs des Künstlers. Seit gestern Morgen habe ich Leseverbot. Aber heute Abend gebe ich auf. Ich will das nicht, die ganze Woche kommt mir leer vor. Ich will lesen. Ich verstehe den Sinn dahinter, aber, Julia Cameron, I don't care.

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2. November 2022

Wow, ein Tag voller neuer Möglichkeiten, Perspektiven und Ideen. Ich fühle mich heute reich, und hätte früher nie gedacht, dass das nichts mit Geld zu tun hat.

3. November 2022

Morgens wache ich – wie meistens – mit trüben Gedanken auf. Aber im Laufe des Tages relativiert sich das, ich mache gute Sachen, und abends bin ich top motiviert und habe Bock auf alles, was morgen kommt. Bis morgen früh.

4. November 2022

Ich habe fürs CrossFit zwei Handschützer, bei denen man auf den ersten Blick nicht erkennt, welcher für links und welcher für rechts ist. Schlau vom Hersteller, den entsprechenden Buchstaben einzuprägen. Weniger schlau, dass es auf beiden Seiten ein L ist, obwohl sie sich wirklich unterscheiden und einer für rechts ist (habe also nicht zwei für links bekommen).

5. November 2022

Eigentlich wollen wir uns in dem Laden nur die Hüte angucken. Aber die verkaufen auch Schnaps und haben einen leutseligen Verkäufer, sodass wir fünf Minuten später Gin und Sliwowitz verkosten und 'n lustiges Gespräch haben. Highlight der Spruch: „Vomit-free since 2003.“

6. November 2022

Dinge, für die ich heute dankbar bin: - schöne Begegnungen - zwei Tage Party - leckeres frisches Brot heute Morgen - neue Perspektiven - eine Idee, was als Nächstes wichtig ist - gute Mucke

7. November 2022

Das Wochenende war anstrengend, mit wenig Schlaf und viel Party, und plötzlich habe ich auch wieder richtig viel zu tun. Trotzdem – oder vielleicht eher deswegen – bin ich voller Energie und habe Bock auf alles Mögliche. Am meisten Energie gibt mir aber die gemeinsame Zeit mit tollen Menschen.

8. November 2022

Es ist witzig, wie Menschen überall Muster entdecken, auch welche, die es gar nicht gibt. Dazu gibt es sogar Studien. Lennart und ich spielen im Bata 14.1, ein Spiel, bei dem man jede Kugel spielen darf, völlig egal, ob Halbe oder Volle oder sonst was. Später spricht mich einer an, der uns zugeschaut hat und fragt, was für ein Spiel das war. Er habe nur verstanden, dass wir immer abwechselnd eine Halbe und eine Volle spielen mussten. Er hat eine Weile gebraucht, um mir zu glauben, dass das reiner Zufall war.

9. November 2022

Auf einmal habe ich wieder so viel zu tun, dass ich froh bin, die wichtigste Sache des Tages zu schaffen. Verrückt, wie schnell es manchmal geht.

10. November 2022

Ich fahre am S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke vorbei und muss daran denken, dass hier vor über dreißig Jahren der kleine Patrick in eine Bierpinte namens „Interpool“ gelatscht und in den dort ansässigen Billardverein „Rote Teufel“ eingetreten ist. Wer hätte gedacht, dass das viele Jahre später zu meinem kleinen Billardimperium führt?

11. November 2022

Mir fällt gerade die Szene von gestern ein, als ein Motz-Verkäufer auf dem S-Bahnhof Rathaus Steglitz die Nerven verlor und sich lauthals darüber beklagte, dass ihm niemand hilft, dass das kein Leben sei, warum er überhaupt lebe. Und ja, es gibt viele Schreihälse in Berlin, aber das hat mich berührt. Weil ich mir vorstellen kann, wie verzweifelt sich das Leben anfühlt, wenn man sich so fühlt. Wie schwer sind oft meine Gedanken – die Gedanken von jemandem, dem es materiell gut geht, der Freunde hat, eine erfüllende Tätigkeit, Sport macht, liest, reist. Wie muss es da jemandem gehen, der täglich das Gefühl hat, nicht dazuzugehören, der sich von Menschen, denen es besser geht, dumme Sprüche anhören muss oder sogar die Angst haben muss, bedroht und geschlagen zu werden? Da finde ich es auf einmal nachvollziehbar, dass einer herumschreit. Wenn er halt einfach nicht mehr kann, wütend ist, am Ende mit den Nerven.

12. November 2022

Shit, ich habe ganz vergessen, am Samstag Momentaufnahmen zu schreiben. Ich schreibe diesen Text am 14. Na ja, was soll's. Nichts ist perfekt.

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13. November 2022

Ich frage mich manchmal, was in ein paar Tausend Jahren sein wird. Wir schauen in der Geschichte meist nur ein paar hundert oder tausend Jahre zurück, dabei gibt es die Menschen seit ca. 300.000 Jahren. Wie also wird die Menschheit in 10.000 Jahren aussehen? Wir gehen über diese Frage meist damit hinweg, dass sich die Menschheit bis dahin schon selbst ausgelöscht haben wird, aber wie oft hat man das vor 10.000 Jahren vielleicht auch behauptet? Wenn ich mir eine Zeitreise in die Zukunft in 100 Jahren oder in 10.000 Jahren aussuchen könnte, ich würde letztere nehmen.

14. November 2022

Innerhalb von zwei Wochen hat sich mein Alltag ziemlich verändert. Von „ich weiß nicht genau, was ich mit meiner Zeit machen soll“ zu „ich weiß nicht, was ich zuerst machen soll“. Scheint ein ewiges Auf und Ab zu sein bei mir zwischen zu wenig und zu viel zu tun. Vielleicht auch einfach der normale Lauf des Lebens.

15. November 2022

Ich kränkle rum und habe viel im Kopf und das nervt mich. Aber abends habe ich ein schönes Gespräch, danach geht es mir gut. Das Leben besteht aus guten und schlechten Dingen, anstrengenden und entspannenden. Vier Jahre Systemtheorie in der Uni haben mich gelehrt, dass nichts existiert, wenn es sich nicht von anderem unterscheidet.