16. Februar 2024

Mein letzter Tag in Hội An. Ich mache eine Abschiedstour, Massage, Café am Strand. Ich will hier nicht weg, noch nicht. Ich schaue gerne nach vorn, aber ich kann nicht so tun, als würde ich jetzt schon gerne abreisen. Zu viele Freunde bleiben noch hier, zu viel habe ich noch nicht entdeckt, zu schnell ging die Zeit hier rum.

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17. Februar 2024

Es ist kurz vor fünf Uhr morgens. Ich sitze allein im Taxi zum Flughafen. Die Zeit in Hội An ist zu Ende und ich bin wirklich traurig. Nicht nur so „schade, dass es vorbei ist, bis zum nächsten Mal“, sondern richtig traurig, dass ich meine Zelte schon wieder abbreche. Es war einfach sehr, sehr schön und ich hätte noch ein paar Wochen gekonnt.

18. Februar 2024

Vor mir im Flugzeug sitzt ein Typ, der auf seinem Handy eine Fitness-App geöffnet hat. Die App sagt ihm die Übungen und lässt einen Timer ablaufen, in dem man die Übung absolvieren soll. Er aber sitzt ja im Flieger, kann sich also nicht bewegen, lässt aber sehr routiniert die Übungen durchlaufen. Wahrscheinlich, damit er sich die Statistik nicht versaut. Und genau das ist das Problem, wenn das Werkzeug wichtiger wird als das Werkstück.

19. Februar 2024

In Vietnam verging nicht ein Tag, an dem wir nicht bemerkt haben, wie laut es im Land ist. Das war anstrengend. Zurück in meiner Wohnung in Berlin fällt es mir jetzt andersherum auf. Es ist unheimlich leise. Wirklich unheimlich. Ich bin kurz davor, mir im Netz eine Sounddatei mit Hupen und Vogelgezwitscher zu besorgen.

20. Februar 2024

Ich fühle mich wie ein Hochstapler, weil ich über meine Erkenntnisse aus Büchern ein paar Reels aufgenommen habe, die so wirken, als hätte ich alles voll im Griff, dabei fühle ich mich oft gar nicht so. Anna meint, ihr ginge es auch oft so. Ich schlage, analog zu den Anonymen Alkoholikern (AA), die Gründung der II vor: Inkompetente Influencer. Und unser Mantra: „Gott gebe mir die Kraft, über die Dinge zu sprechen, mit denen ich mich auskenne, genauso wie über die, von denen ich keine Ahnung habe, und das Selbstbewusstsein, da keinen Unterschied zu machen.“

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21. Februar 2024

Es ist für mich allein deshalb schon sinnvoll, viel zu reisen, weil ich bei meiner Rückkehr Berlin gegenüber viel milder gestimmt bin. Ich will mir das so lange es geht behalten.

22. Februar 2024

Es gibt einen Scherzartikel, der aus Hornbrille, dicker Nase und Schnauzbart besteht. Heute im Bata spielt am Nebentisch ein Typ, der den Style ohne Scherzartikel präsentiert. Sein Kumpel sieht aus wie Pablo Escobar auf LSD. Ist noch Fasching? Ach nee, nur normale Berliner Startup-Fuzzis.

23. Februar 2024

„Ey Patrick, dein Team ist der Hammer“, höre ich hinter mir. Ich bin lange ein großer Einzelkämpfer gewesen, habe am liebsten alles allein gemacht, hätte gerne gehört, dass ich der Hammer bin. Ich hatte keine Ahnung, wie viel besser es sich anfühlt, wenn „mein“ Team gelobt wird, anstatt ich selbst.

24. Februar 2024

Vor einem Jahr habe ich zum ersten Mal den Gedanken gehabt, ob meine Augen beim Lesen nachgelassen haben. Jetzt ließ es sich nicht mehr verleugnen und heute habe ich meine erste Lesebrille abgeholt. Ich werde mich daran gewöhnen.

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25. Februar 2024

An einer Hauswand steht „nie wieder“. Darunter liegen drei Videokassetten. Entweder schätzt hier jemand die Zukunft von VHS-Technologie korrekt ein, oder die Filme waren besonders schlecht.

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26. Februar 2024

Ich werde den ganzen Tag nicht richtig wach. Am Nachmittag lege ich mich dann einfach noch ne Stunde hin. Dafür sitze ich abends eine Stunde länger. Ich bin so froh, dass ich das einfach machen kann, ohne auf Chefs oder Kollegen Rücksicht nehmen zu müssen.

27. Februar 2024

Die Frau mir gegenüber in der U-Bahn liest Fitzek. Sie ist völlig gefesselt, blättert hektisch von Seite zu Seite und springt am Bahnhof Birkenstraße in letzter Sekunde aus der Bahn. Das will man als Autor erreichen.

28. Februar 2024

Es gab einen Tag im Sommer, da war ich Anfang 20 und hatte gerade meinen Zivildienst hinter mir. Am nächsten Tag sollte ich ein Praktikum bei einer Werbeagentur antreten. Vorher hatte ich mich oft gelangweilt, wusste nichts mit mir anzufangen. Doch dieser Tag im Sommer war der letzte Tag, an dem ich nichts zu tun hatte. Ich habe über die Jahre immer wieder an diesen Tag gedacht, dass ich seitdem immer in Bewegung bin. Natürlich hatte und habe ich Urlaube, Freizeit, Pausen. Aber es wurde nie mehr so, dass ich nicht irgendwas zu erledigen gehabt hätte. Erwachsenenzeug. Vielleicht bin ich an diesem Tag erwachsen geworden.

29. Februar 2024

Als ich gefragt wurde, ob ich Lust auf einen Tag Gartenarbeiten, Handwerk und zusammen abhängen hätte, habe ich sofort zugesagt. Und dann drei Tage gedacht, dass ich dafür überhaupt keine Zeit habe und nicht kompetent bin. Aber nachdem heute die Arbeit getan ist, alles geklappt hat, fühle ich mich auf eine Art zufrieden, die Bildschirmarbeit so nicht hinbekommt.