1. Mai 2024

Der Volkspark Friedrichshain an einem Feiertag bei schönem Wetter ist ein Schlachtfeld. Grillrauch zieht wie Pulverdampf über die Wiese, Heerscharen an Menschen bevölkern die Fläche und aus dutzenden Boxen Hämmern Bässe wie Kanonenschläge.

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2. Mai 2024

Till Reiners im Tempodrom. Es sieht so einfach aus, was er macht. Er erzählt einfach zwei Stunden lang lustige Geschichten. Aber Mann, was da für jahrelange Arbeit drinsteckt. Ich falle gedanklich auf die Knie.

3. Mai 2024

Heute wird das Bata zehn Jahre alt. Es kommt mir wie das buchstäbliche Gestern vor – was, schon zehn Jahre? Aber wenn ich genauer zurückdenke, ist auch ungeheuer viel passiert. Müsste ich sagen: Was, nur zehn Jahre? Damals kam ich gerade von meinem ersten Trip als Ortsunabhängiger zurück. In der Zeit seitdem ist mein Vater gestorben, habe ich meinen ersten Roman geschrieben und veröffentlicht. Habe ich ungeheuer tolle neue Freunde gefunden. Ich bin heute ein anderer als damals, einer, der sich wohler fühlt in seiner Haut. Ich bin gespannt, wer ich in zehn Jahren sein werde.

4. Mai 2024

Erfüllt stehe ich auf unserer Party zum zehnjährigen Jubiläum herum. So viele Leute aus so verschiedenen Zeiten und Ecken meines Lebens, zusammen an einem Ort, den wir geschaffen haben.

5. Mai 2024

Der erste Tag ohne Termine seit Langem. Und ich weiß morgens schon nach dem Aufwachen, dass ich abends richtig schön früh ins Bett gehen werde.

6. Mai 2024

Habe ne komische Nacht hinter mir, mit leichtem Fieber, sonst aber keinen Symptomen. Was das jetzt wohl war? Heute Abend geht es mir schon besser, jetzt einfach noch ne gute Nacht Schlaf und ich sollte wieder fit sein.

7. Mai 2024

Ich habe heute Morgen Instagram von meinem Smartphone deinstalliert und benutze es jetzt nur noch auf meinem iPad, meinem zweiten Arbeitsgerät. Klingt für viele nach keiner großen Sache, für mich aber schon. Als Beweis: Ich habe heute bestimmt zehnmal mein Handy rausgeholt, um Instagram zu öffnen, aber ging ja nicht mehr.

8. Mai 2024

Heute war ein echt guter Tag, an dem ich was geschafft habe, eine echt hilfreiche Coaching-Session hatte, beim Sport war und abends noch zwei Stündchen nette Leute getroffen habe. Und früh ins Bett komme ich auch noch.

9. Mai 2024

Wir brauchen jeden Moment unseres Lebens einen Sinn, glaube ich. Egal, wie groß, egal, wie langfristig, ob Wohnung putzen, Steuer machen oder Lebenswerk schaffen. Ohne werden wir müde, missmutig, schlaff, traurig, neidisch, missgünstig. Und wir sollten die Dinge fertig machen, abschließen, auf einen vorzeigbaren Stand bringen. Dann sind wir glücklich, egal, wie groß, klein, wichtig oder unwichtig die Aufgabe erscheinen mag.

10. Mai 2024

Auf dem Release-Seminar von der Grünen Wiese, das ich vor gut 13 Jahren in ähnlicher Form schon einmal besucht habe. Und ja, ich finde immer noch Dinge, die ich anders haben möchte. Aber boy oh boy, ich bin so unglaublich viel weiter als damals. Ich würde mir gerne begegnen, wie ich damals drauf war, und aus beiden Perspektiven den jeweils anderen Patrick sehen und beobachten. Der Jüngere wäre vielleicht vom Älteren beeindruckt und würde sich auf die Zukunft freuen; der Ältere würde dem Jüngeren mit Nachsicht und Aufmunterung begegnen.

11. Mai 2024

Noch immer beim Release-Seminar der Grünen Wiese, bei deren Coaches ich schon vor dreizehn Jahren war. Ich war damals schon so unglaublich beeindruckt, wie man so mit Menschen reden kann und war gespannt, ob ich das jetzt immer noch so beeindruckend finde. Die Antwort ist ja, finde ich.

12. Mai 2024

Vor mir an der roten Ampel steht ein anderer Radfahrer und ruft verzweifelt: „Oh, neee!“ Ich kann seinen Schmerz verstehen. Alle Ampeln stehen an der Kreuzung ewig lange auf Rot, sodass sich einfach nichts bewegt. Tagsüber schon ein absurder Anblick, aber jetzt noch mehr: Wir sind die einzigen hier.

13. Mai 2024

Mit frischem Schwung und Klarheit aus dem Seminar der Grünen Wiese war das ein richtig guter Tag. Ich war entspannter, bewusster, produktiver und motivierter als vorher. Das mache ich jetzt immer so.

14. Mai 2024

In fünf Minuten Wartezeit an der Friedrichsstraße sehe ich erst eine sehr alte Frau mit „Patienteneigentum“-Tüte aus der Charité an mir vorbeitippeln und alle fünf Schritte gierig aus ihrem Bier trinken. Dann einen kleinen Jungen nach seinem Papa rufen, der ebenfalls sein Bier in der Hand hält (also der Papa) und auch sonst nicht den Eindruck macht, als könnte er für sich oder den Jungen sorgen (dessen Mutter war auch dabei und wirkte ok). Berlin macht mich manchmal echt fertig.

15. Mai 2024

Manchmal ergeben sich die Dinge ganz wunderbar. Vielleicht, weil ich einfach Glück habe, vielleicht, weil ich einiges gut handhabe. Oder beides.